Christian Hauser
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Eine SMS und der Zug fährt ab
In diesem Monat arbeite ich auf dem Zug als Zugbegleiter. In dieser Zeit reise ich kreuz und quer durch die Schweiz: Mal nach Genf, mal nach Basel oder nach Interlaken. Dabei gibt es viel zu lernen: Wie errechne ich das richtige Bremsgewicht des Zuges, wie führe ich eine Bremsprobe durch oder auch "einfachere" Dinge: Wie informiere ich unsere Kunden richtig über Ihre Anschlüsse?
Das eigentliche Thema in diesem Blogartikel ist jedoch etwas speziellerem gewidmet, was es nur an einzelnen Bahnhöfen zu sehen gibt: Den SMS-Abfertigungsbefehl.
Züge mit Zugpersonal werden in den meisten Fällen durch dieses abgefertigt. Das bedeutet: Wir sind verantwortlich dafür zu prüfen ob das Signal Fahrt zeigt, ob die Abfahrtszeit erreicht ist und ob die kundendienstschaftliche Bereitschaft hergestellt ist - sprich: ob alle Leute ein- und ausgestiegen sind.
Es folgt ein Achtungspfiff, mit dem Vierkantschlüssel wird der Abfahrbefehl 'beleuchtet' und wir schliessen - nachdem wir geprüft haben ob nicht noch jemand in den Zug einsteigt - die Türen. Doch an einzelnen Bahnhöfen sucht man die orangen Abfertigungslasten vergeblich, sie wurden abmontiert. Auf einigen Linien ersatzlos gestrichen (z.B. Langnau-Malters, das Zugpersonal fertigt mit einer Schrillpfeife ab) oder aber mit einer neuen Technik, dem so genannten SMS-Abfertigungsbefehl, ausgerüstet.
Wie funktioniert das?
Sobald das Signal Fahrt zeigt, die Abfahrtszeit erreicht wird und die kundendienstliche Bereitschaft sichergestellt ist, sendet der Zugchef ein SMS mit dem Abfahrbefehl an den Lokführer.
Twitterer @michu stellt sich dies so vor: "He Housi! Chasch schüü gä! ;-) LG Peschä"
Doch ganz so «locker» geht das nicht zu und her bei den SBB. Meist kurz vor der Ankunft im Bahnhof erhält der Zugchef auf sein Diensthandy eine Nachricht mit der Zugnummer, der Abfahrtszeit und der Meldung aus welchem Gleis die Ausfahrt einestellt wurde. Zusätzlich steht am Schluss "Abfahrt möglich".
Das Zugteam begibt sich am Halteort auf das Perron und der Prozess der Abfertigung nimmt den gewohnten Lauf. Bis auf die Sache mit dem Abfahrbefehl. Nach dem Achtungspfiff muss der Zugchef nämlich nicht mehr zum Kasten laufen und den Schlüssel drehen sondern zweimal auf die Nachricht tippen und schon wird dem Lokführer auf dem Bedienbildschrim des Führerstands der Befehl "Zug [Zugnummer] abfahren" angezeigt. Der Lokführer muss noch prüfen ob die Türen geschlossen sind und dann kann er abfahren.
Diese ganze Sache hat Vor- und Nachteile:
+ Man muss nicht mehr zum Abfertigungskasten laufen (an einigen Bahnhöfen sind diese Kasten seeeehr rar)
+ Man weiss meist schon vor der Ankunft ob die Ausfahrt möglich ist
+ Man kann den Abfahrbefehl während des Einsteigens abschicken
Aber:
- Hat sich der Zugchef oder der Lokführer mit einer falschen Zugnummer via GSM-R angemeldet, erhält einer der beiden keine Nachricht.
- Zum Abfertigen benötigt man nicht nur noch Pfeife, Vierkantschlüssel und die gelbe Karte oder das weisse Licht (wenn zusätzlich zum Zugchef noch eine andere Person für die Kontrolle dabei ist) sondern auch noch das Diensthandy.
- Funktioniert das System einmal nicht bleibt als Alternative nur die Schrillpfeife.
Mein Gesamteindruck vom Zug ist enorm positiv. Weitere Artikel über meine Einsatztage auf dem Zug folgen.
Wenn Ihr Fragen zur Arbeit auf dem Zug habt, dürft ihr mir diese gerne via Kontaktformular stellen.
Auf Bald!
Christian Hauser
Ab in den Schlussspurt
Wie gewohnt erscheinen meine Blogartikel in loser Folge. Es ist wieder soweit, die Schreibwut hat mich wieder einmal gepackt. Mein Abschied vom Wallis und mein Neustart im Bahnhof Bern sind das Thema des folgenden Artikels.
Mein vierter Einsatzort war das Reisezentrum in Visp. Ich reiste an jedem Arbeitstag eine Stunde hin und eine Stunde zurück und rückblickend muss ich sagen: Das war es wert.
Kurz zusammengefasst: Das "Walliserdeutsch" war für mich am Anfang relativ anspruchsvoll, schliesslich gibt es eine Unzahl Kuriositäten im Wortschatz der Walliser. "Embrii" (herunter), "Embrüff" (hinauf), "Staale" (Bahnhof Stalden-Saas) oder "Saniglas" (St. Niklaus) sind nur einige Beispiele davon. Doch schnell verstand ich die Walliser und auch mit den Billetten mit "Einheimischen-Rabatt" kam ich nach kurzer Zeit klar. Immer wieder gab es Sondereinsätze ausserhalb des Wallis, so auch zum Beispiel im Verkehrshaus Luzern (siehe der Artikel unterhalb). Aber auch Wallis-intern gab es Sondereinsätze, so kam ich zum Beispiel beim Ausfall der Tunnelsteuerung des Lötschberg-Basistunnels (LBT) als Kundenlenker zum Einsatz. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, welche fix vor Ort arbeiten, konnten wir den Leuten gut erklären, dass sämtliche Züge via LBT ausfallen würden. Auch für mich als "Üsserschwiizer" (faktisch jeder, der ausserhalb des Wallis lebt) hatte diese Sperrung Konsequenzen. Mein Arbeitsweg verdoppelte sich und so hatte ich an diesen zwei Tagen je 2 Stunden pro Weg.
Mit meiner "Mitlernenden" und Klassenkollegin Rebekka reiste ich oft zusammen von Spiez nach Visp, so hatten wir Zeit zum "hängertu" (plaudern, lästern). Sobald ich Thun einen Sitzplatz gefunden hatte, ging ein SMS an Rebekka: "Für die angemeldete Person ist im 2. letzten Wagen, Einstieg Seite Interlaken / Brig, im Oberdeck Platz reserviert." - Jeden Tag variierte dieses SMS und so wurde es nach 5 Monaten zu einer Herausforderung. ;-)
In der letzten Woche schnupperte ich noch kurz bei der MGB rein, dessen Mitarbeiter auch im Reisezentrum Visp arbeiten. Am Bahnhof St. Niklaus läuft zwar verkaufstechnisch wenig, dafür muss der anwesende Mitarbeiter jeden einzelnen Zug abfertigen. Erst danach fährt der Zug los. Klingt einfach, doch bei einer Zugskreuzung und zwei verspäteten Zügen gar nicht so einfach. ;-)
Alles hat ein Ende...
...auch Visp hat eins. Und so packte ich vor zwei Wochen meine Sachen, verabschiedete mich mit Kuchen von meiner "Unterstiftin" Tanja (Dü weisch wiä ichs mein, gäll?), René, Pascal, Martin, Jasmin, Josianne, Nadia und Thomas.
Auf ein Neues!
Nach einem verlängerten Wochenende startete ich dann letzten Mittwoch ins 3. Lehrjahr. Zusammen mit vier anderen Lernenden absolvierten wir den Kick-off-Tag, hatten einen ersten Einblick ins Labyrinth des Bahnhofs Bern (dazu später mehr) und am Schluss des Tages standen wir zwecks Teambildung in der Küche des Berufsbildners und bereiteten Rahmschnitzel und Nüdeli, Salat und Schoggikuchen zu. Ä guete! ;-)
Die Touren in Bern sind zur Hälfte begleitet und zur anderen Hälfte werden selbstständige Touren eingeteilt. Am Montag war ich zwischenzeitlich alleine am Schalter und hatte den Verkauf grösstenteils im Griff. Für mich ein Zeichen: Ich bin bereit!
Geschichten rund um den Bahnhof Bern sowie meinen Einsätze auf dem Zug folgen. Ich hoffe, das ich euch auch in meinem letzten Lehrjahr als Leserinnen und Leser begrüssen darf.
Mord im Verkehrshaus
Zugegeben, nicht ganz. Aber mindestens genau so spannend war ist die folgende Geschichte.
Die Eröffnung der neuen Ausstellung von login im Vekehrshaus Luzern ging ohne Probleme über die Bühne. Wir hatten bereits Kontakte mit den Angestellten des Verkehrshauses geknüpft und konnten so unter anderem in den Führerstandssimulatoren von BLS, SBB und RhB im Experten-Modus unsere Kenntnisse der Vorschriften testen.
Unser Einsatz war vorbei, wir wurden verabschiedet und gingen in Richtung Ausgang.
Wir hatten unser Gepäck in einem Schliessfach für Gruppen deponiert, gingen zu diesem und wollten unsere Sachen abholen.
Alle nahmen ihre Taschen aus dem Schliessfach als Alina plötzlich fragte: "Chrigu, hesch du mini Täsche scho gno?" - Ich hatte die Tasche jedoch nicht genommen, auch niemand der anderen Messeteam-Mitglieder hatte Alina's Tasche gesehen. Liegt die Tasche etwa noch beim Stand, hatte sie Alina dorthin mitgenommen?
Sämtliche Möglichkeiten wurden überprüft und wir gingen einige Male durch die Ausstellungshalle. An jedem Platz an dem wir gewesen waren schauten wir genau hin, ob die Tasche dort irgendwo liege. Doch auch nach einer fast halbstündigen Suche konnte niemand einen Erfolg vermelden.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Verlust der Tasche bei der Information zu melden. Alina geriet verständlicherweise etwas in Panik, schliesslich war in der Tasche nicht nur der Hausschlüssel sondern auch ihre "Fahrvergünstigung International", den sie einige Tage später für ihren Sprachaufenthalt benötigte. Ich bemerkte eine Überwachungskamera in der Nähe der Schliessfächer und fragte bei der Information, ob diese Aufnahmen irgendwo gespeichert werden.
Der Sicherheitsdienst wurde benachrichtigt und nach wenigen Minuten war plötzlich klar, dass Alina die Tasche nicht verloren hatte, sondern dass diese ihr gestohlen wurde! Der Sicherheitsdienst erkannte, dass die Täter die Tasche aus dem Schliessfach genommen hatten. Weitere Details erfuhren wir nicht, die Polizei wurde informiert und kam sogleich ins Verkehrshaus. Einen solchen Fall habe er noch nie gesehen, sagte uns der Verantwortliche. Die Täter hätten die Tür unten aufgebogen und die Tasche herausgezogen. Da Alina's Tasche die kleinste war und zu unterst lag, war sie leichte Beute.
Als die Polizei eingetroffen war, öffnete der Sicherheitsverantwortliche mit einem Generalschlüssel ein gegenüberliegendes Schliessfach. Die Täter hätten die Tasche wahrscheinlich dort deponiert, so sei es auf jeden Fall auf den Überwachungsbildern zu sehen.
Und tatsächlich: Im dritten Schliessfach lag Alina's Tasche. Der Inhalt war im gesamten Schliessfach verteilt, nach einer Kontrolle von Alina hatten wir jedoch die Gewissheit, dass nichts gestohlen wurde.
Alina machte auf Empfehlung der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt.
Im Eingangsbereich des Verkehrshauses befinden sich Bildschirme, die die Aufnahmen aus der Media Factory zeigen. Alina stand gemeinsam mit der Polizei unter diesen Bildschirmen als Alina plötzlich den Täter auf diesen Bildern anhand der Beschreibungen der Polizei erkannte. Der Täter war doch tatsächlich so dumm (Excusé für diesen Ausdruck) und zeigte sich in der Media Factory.
Wie sich die ganze Geschichte für den Täter entwickelt hat, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Dies ist Gegenstand der immer noch laufenden Ermittlungen.
Das Fazit: Grosser Aufwand, Bilder des Täters und die Erfahrung, dass das Team des Verkehrshauses Luzern enorm hilfbereit ist und ohne grosse Bürokratie geholfen hat.
Im Namen des Messeteams von login möchten wir uns auf diesem Weg beim Team des Verkehrshauses Luzern und der Stadtpolizei Luzern für ihre unkomplizierte und schnelle Hilfe bedanken! Danke viu mau!
Alina & Chrigu
Tasche wiedergefunden - Die Erfolgsstory kann weitergehen. ;-)
Dank der Arbeit quer durch die Schweiz
Die SBB geht mit der Zeit. Und wer mit der Zeit geht, verändert sich. So auch die SBB Infrastruktur.
1920 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen täglich dafür, dass die Züge der SBB pünktlich ihr Ziel erreichen.
Von diesen 1920 Personen arbeiten 330 Personen in der Abteilung "Überwachung". Die Überwachung gewährt die Sicherheit und Verfügbarkeit des Schienennetzes der SBB. Seit Anfang 2010 arbeitet die Infrastruktur und damit auch Überwachung im Rahmen von Infra 2014 mit neuen Strukturen.
Meine Aufgabe seit meinem Start bei Anlagen und Technologie bestand in der Planung und Organisation von fünf Mitarbeiter-Informationsanlässen in der gesamten Schweiz.
Ich stand vor einer völlig neuen Herausforderung: Ich hatte noch nie einen solchen Anlass organisiert. Es galt, von der Teilnehmerliste bis zum Apéro alles zu organisieren.
Die Planung.
Ich holte bei verschiedenen Seminarhotels Offerten ein. Weil ich aber nicht wusste, wie viele Personen an den vier Veranstaltungsorten kommen würden, gab ich jeweils nur Schätzungswerte an.
Die Organisation für den Anlass im Tessin (Giubiasco) durfte ich an das Sekretariat in Bellinzona abgeben - "Prossima Fermata" (auf Deutsch: Nächster Halt) gehört zu den wenigen italienischen Wörtern, die ich beherrsche.
Nach und nach trafen aus den Städten Zürich, Bern und Lausanne die Offerten ein. Ich kontrollierte ob auf den Offerten auch wirklich alles aufgeführt war, welches ich auf meinem Factsheet aufgeführt hatte, welches ich bei der Anfrage jeweils direkt mitgeschickt hatte. Auf diesem stand unter anderem die voraussichtliche Teilnehmerzahl, der Platzbedarf für Gruppenarbeiten oder wie das Apéro auszusehen hatte.
Das erste Seminarhotel in Zürich sendete mir eine sehr professionelle Offerte. Das Seminarhotel stand zum Verkauf - hätte man meinen könnten, angesichts des Preises. Nachdem ich von einem anderen Seminarhotel eine etwas günstigere Offerte zugesendet bekam, sendete ich eine höfliche Absage an das erste Seminarhotel:
«[...] Leider haben wir uns in diesem Fall gegen Ihre Offerte entschieden. Wir werden Sie selbstverständlich auch in Zukunft wieder bei der Planung unserer Anlässe berücksichtigen. [...] »
Die weiteren Offerten waren jedoch in einem 'normalen' Rahmen, so konnte ich diese bestätigen und eine Einladung schreiben. Diese Einladung konnte ich direkt in die Regionen verschicken, welche mir die Teilnehmerlisten zurückschickten.
Die Durchführung.
Der erste Mitarbeiteranlass rückte immer näher. Ich druckte also Plakate und Namensschilder und machte alles bereits für die Mitarbeiteranlässe.
Erster Halt: Olten.
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für den Mitarbeiteranlass in Olten angemeldet. Der Saal war bereit, die Präsentation ging reibungslos über die Bühne und das Wasser wurde dank den speditiven Mitarbeitern des Seminarhotels auch nicht knapp.
In der Pause füllten ich und Chayenne, meine Mitlernende, Glas um Glas mit Wasser. Plötzlich tauchte die Moderatorin auf und gab die Anweisung, die Flipchart-Ständer zu verschieben. Nur mit Mühe konnte ich sie davon überzeugen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt durstig seien und ich Flipcharts auch kurz vor Ende der Pause noch verschieben könne.
Der gesamte Anlass ging schlussendlich gut über die Bühne und nach dem Apéro gingen die Mitarbeitenden gut informiert nach Hause.
Weitere Halte: Giubiasco, Zürich, Bern und Lausanne
Ausser in Lausanne waren Chayenne und ich an allen Anlässen auch mit von der Partie. Kreuz und quer reisten wir dafür durch die Schweiz und konnten so unsere Geografie-Kenntnisse auffrischen. An den Anlässen waren wir jeweils für die Vorbereitung, die Pausen und das Apéro zuständig. Dabei mussten wir während der Präsentation nicht mehr anwesend sein. Und ich muss ehrlicherweise zugeben: Zum Glück nicht. Die erste Präsentation war noch spannend, weil auch wir die Informationen zum ersten Mal hörten. Beim zweiten Mitarbeiteranlass kämpfte ich bereits gegen einen Mix aus Langeweile und Müdigkeit (wegen der langen Zugfahrt ins Tessin), nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich auch noch ein drittes Mal die Präsentation hätte anhören dürfen. ;-)
Es ist ein grosser Unterschied, ob man mit den Mitarbeitenden im Büro in Bern zu tun hat oder mit den Menschen, die täglich 'draussen' dafür sorgen, dass die Züge fahren können. Beim Apéro in Giubiasco erfuhr ich zum Beispiel einige spannende Facts über die Gotthardstrecke, in einem Gemisch aus Deutsch und Italiensch (obwohl ich nur eine Handvoll Wörter Italienisch verstehe..).
Seit den Mitarbeiteranlässen ist es jetzt schon einige Zeit her und ich bin bereits an der Vorbereitung der nächsten Veranstaltungen. Doch diese Anlässe werde ich nicht mehr persönlich zu Ende führen, sondern die Lernende, die ab Februar meinen Lehrplatz einnehmen wird.
Auf Herz und Nieren geprüft.
Damit die 900'000 Reisenden der SBB sicher und pünktlich ihr Ziel erreichen, müssen die Fahrwege, also die Gleise und die Fahrleitungen, in einem einwandfreien Zustand sein.
Noch heute gibt es dafür die Streckenwärter, die die Gleise regelmässig auf Unregelmässigkeiten, wie zum Beispiel einen Schienenriss, absuchen.
Auf Strecken mit hohem Verkehrsaufkommen, wie zum Beispiel auf der Neubaustrecke, wo die Züge im 2,5 Minuten-Takt zwischen Mattstetten und Rothrist mit 200 km/h die Reisenden befördern, wäre der Job eines Sicherheitswärters kein Zuckerschlecken. Für die SBB gehört die Neubaustrecke (NBS) zu den wichtigsten Verkehrsachsen und muss deshalb stets in einwandfreiem Zustand sein, damit keine Unfälle passieren können.
Auch auf der NBS wurde der Streckenwärter noch nicht ganz verbannt. Jedoch kommt dieser erst zum Einsatz, wenn das Fahrzeug mit der Bezeichnung XTmass 99 85 9 160 001-5 seinen Dienst getan hat. Hinter dieser Bezeichnung steht das Mess- und Diagnosefahrzeug der SBB Infrastruktur, auf welchem ich und Chayenne, meine Mitlernende bei I-AT-FU heute mitfahren durften.
Ein Fahrzeug voller Technik
Um 08.00 Uhr startete die Fahrt mit dem Mess- und Diagnosefahrzeug im Depot in Bern Ausserholligen. Einmal durch den Bahnhof Bern und durch den Grauholztunnel ab auf die Neubaustrecke (NBS) Mattstetten-Rothrist.
Während die InterCity-Züge mit 200 km/h über die NBS brausen, fährt das Mess- und Diagonsefahrzeug 'nur' 120 km/h. Bei 200 km/h wäre es für die Messgeräte nicht möglich, die Daten korrekt zu erfassen. Die Höchstgeschwindigkeit des dieselangetriebenen Fahrzeugs liegt übrigens bei 160 km/h.
Die Fahrt über die NBS dauerte wegen der verminderten Geschwindigkeit dann auch nicht 20 Minuten wie bei den InterCity-Zügen sondern rund 35 Minuten. Nach einer kurzen Pause in Olten ging es bereits weiter. Die Ausbaustrecke Solothurn-Wanzwil, welche mit den einzigen zwei Weichen mit der rund 57 Kilometer langen NBS verbunden ist, stand auf dem Programm.
Da das Wetter regnerisch war und noch Schnee auf den Schienen lag, war eine Messung der Schienenköpfe nicht möglich. Dies hinderte das Fahrzeug aber nicht daran, weiter Daten zu sammeln. Sind die Fahrleitungen in Ordnung? Gibt es an der Fahrbahn Schäden? Um dies zu überprüfen zeichnen drei Kameras die gesamte Fahrbahn auf - ein spezielles Programm durchsucht nach dem Messtag die Fahrbahn automatisch nach Schäden und erstellt Factsheets über die möglichen Schäden.
Nach einem Messtag mit dem Mess- und Diagnosefahrzeug haben sich unzählige Gigabite Daten angesammelt. Alleine die Endlosfoto der Fahrbahn benötigt pro Kamera zirka 10 Gigabite Speicherplatz!
Etwas ausserhalb des Bahnhofs Solothurn gab es eine kleine Pause, bevor es weiter zurück in Richtung Olten ging, wo wir wieder kurz wendeten und "auf der anderen Seite" der doppelspurigen Neubaustrecke direkt nach Spiez fuhren. Ohne Halt über Bern, wie ihr auf folgendem Video seht.
"Ab dür ds Loch!"
Ab Ostermundigen bis Spiez wurden die Messgeräte ausgeschalten. Messungen ausserhalb der NBS/ABS oder des Lötschberg-Basistunnels (LBT) werden nur halbjährlich durchgeführt und nicht jede zweite Woche.
Die Fahrt durch den LBT war spannend. Durch die verminderte Geschwindigkeit konnte man aus dem Führerstand die beiden Nothaltestellen mitten im Tunnel sehr gut sehen. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast meinen, es sein ein unterirdischer Bahnhof. Es fehlen nur noch die Bahnhofstafeln ("Mitholz" bzw. "Ferden") und Zuganzeigemonitore (wenn möglich mit der Anschrift "Vorsicht Zugdurchfahrt") und schon wäre die Illusion perfekt. ;-)
Es war ein spannender Tag auf dem Mess- und Diagnosefahrzeug - Weitere Informationen über die Nothaltestellen im Lötschberg-Basistunnel gibt es auch bei SF einstein und über das Mess- und Diagnosefahrzeug in dieser Broschüre.
Visp wird übrigens ab Februar 2011 mein Arbeitsort - Ich werde also noch oft durch den Lötschberg fahren und ihn grösstenteils verschlafen. Denn ohne die Scheinwerfer des Diagnosefahrzeugs ist es auch im Lötschberg nur eines: Dunkel.
Ein Sälü wird unfreundlich
Sei es mit den Buschauffeuren der Busland AG, mit den Zugbegleitern und Lokführern, mit den entscheidenden Stellen in der Betriebsleitzentrale Spiez oder den Fahrdienstleitern von Hasle-Rüegsau - eines war in meinem ersten Lehrjahr bei der BLS bei allen gleich.
Obwohl man sich noch nie gesehen oder gehört hatte, man duzte sich. Ausser vielleicht bei der Geschäftsleitung oder Personen, die auch von der Chefin gesiezt wurden: Dort wurde selbstverständlich gesiezt. Mit dem unkomplizierten "Du" verwickelte man sich so immer wieder in interessante Gespräche und konnte schnell Kontakte knüpfen. Und Kontakte bedeuten: Es liegt auch mal etwas drin, was sonst vielleicht etwas schwieriger zu erreichen wäre. Zum Beispiel eine Mitfahrt im Führerstand. Nicht alle die gerade Lust haben dürfen "einfachso" die exklusive Aussicht geniessen. :-)
Als ich vor rund zwei Monaten in das Büro der SBB in Bern wechselte, herrschte für mich persönlich plötzlich ein komplett anderes Klima. Man siezt sich, die Distanz zwischen den einzelnen Menschen ist irgendwie grösser. Für mich war es in den ersten Tagen eine komplette Umstellung. Warum wird im Büro geduzt, während draussen im Betrieb eigentlich das Du gängig ist? Auch meine Berufsbildnerin, welche früher ebenfalls im Betrieb arbeitete, konnte mir auf diese Frage keine Antwort geben. Unterdessen habe ich mich zwar mit dem Sie abgefunden und mich daran gewöhnt. Die wahrscheinlich grösste Herausforderung ist es heute, bei jeder Person sekundenschnell wissen zu müssen, ob man jetzt per Sie oder per Du ist.
Wie sieht es eigentlich an anderen Orten mit dem Du oder dem Sie aus? Diese Frage habe einem Arbeitskollegen und einer Arbeitskollegin gestellt.
«Im SBB Contact Center Brig ist der Umgang mit den Kunden wie auch am Schalter. Intern ist der Umgang ebenfalls ähnlich wie an einem Bahnhof, es gilt meistens das "Du". Da ich nebst dem Contact Center auch noch auf dem Zug als Zugbegleiter (in der Dual-Ausbildung Bahnreisespezialist) unterwegs bin, habe ich mit sehr vielen Menschen zu tun. Oft kennt man die verschiedenen Mitarbeiter/innen nicht, man hat aber dadurch die Gelegenheit, diese Menschen kennen lernen zu dürfen und neue Kontakte zu knüpfen. Wie im RailService intern gilt auch auf dem Zug das duzen, im Kontakt mit Kundinnen und Kunden oder zum Beispiel mit dem Regionenleiter CC gilt das siezen.» — Alain Briggeler, Lernender KVöV 3. Lehrjahr
«Im SBB Stellwerk in Olten ist der Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eigentlich sehr entspannt und interessant. Das "Du" gilt hier auch wie an meinem früheren Einsatzort - dem Bahnhof Utzenstorf (mit den wahrscheinlich längsten Öffnungszeiten eines Bahnhofs in der Schweiz) - bei fast allen. Der einzige Unterschied: Während in Utzenstorf alle ohne sich vorher schon einmal gesehen zu haben schon per Du waren, gilt im Stellwerk: Bis zum "Du" gilt noch das förmliche Sie. Das Du bieten die meisten Zugverkehrsleiter beim ersten gemeinsamen Einsatz an.» — Alina Brudermann, Lernende KVöV 2. Lehrjahr
Wie sieht es an euren Lehrplätzen und in euren Lehrbetrieb aus? Gilt eher das offene "Du" oder das förmlichere "Sie"? Welche Vor- bzw. Nachteile siehst du darin?
Schreibe deine Meinung jetzt in einen Kommentar und trage zur Mitgestaltung dieses Blogs bei!
Excursion d'un jour à Paris
Dans mes vacances.. comment? Oh, excusez-moi. Natürlich kann ich auf Deutsch über meinen Ausflug nach Paris berichten, pas de problème.
In meinen Ferien war ich unter anderem einen Tag in Paris. Einfach so, am Morgen hinfahren und am Abend wieder im eigenen Bett schlafen. Mit den internationalen Vergünstigungen, die man bei login ab dem zweiten Lehrjahr erhält, ging es also los. Um 05.17 Uhr mit dem TER200 von Basel SBB nach Mulhouse-Ville und dann mit direktem Anschluss ohne Halt bis Paris-Est. Geplante Ankunft: 09.04 Uhr.
Bereits im Bahnhof Basel wurde es hektisch: Im Coop war nur eine Kasse geöffnet, vor mir wollte eine Kundin ein Gipfeli mit der Kreditkarte bezahlen, doch das System schien nicht zu funktionieren. Die Uhr tickte und schon war 05.14 Uhr - Drei Minuten um mein Gipfeli und mein Cola zu bezahlen und dann noch zu den Gleisen der SNCF rennen? Nein, diesen Zug wollte ich auf keinen Fall verpassen. Ich stellte meine Dinge hin und begann zu rennen. Rolltreppe runter, einen laaangen Gang hindurch und dann noch durch den - leeren - Zoll. Das fängt ja gut an...
In Mulhouse gab es am Kiosk im Bahnhof nur eine Packung Madeleines und überteuerte RedBull-Dosen zu kaufen. Besser als halb verhungert in Paris anzukommen.
Das erste Mal Französisch gesprochen habe ich an der Information der Pariser Métro. Doch bereits nach dem Bonjour sprach die nette Frau am Schalter in Englisch zu mir. Irgendwie ein doofes Gefühl, was bedeutet das? Erkennt man bereits an einem simplen Bonjour, dass ich nicht gerade viel Französisch spreche? Ich kaufte das Métro-Ticket, bezahlte und dachte nicht weiter darüber nach.
Denn jetzt musste ich mich zuerst einmal zurechtfinden. Welche Métro bringt mich jetzt zum Eiffelturm? Und wann fährt eigentlich die Métro?
Antworten? Ab Paris-Est zur Station Bir-Hakeim kommt man am besten mit der M4 Richtung Porte d'Orléans bis zur Station Montparnasse-Bienvenüe, danach umsteigen zur M6 in Richtung Charles de Gaulle-Étoile bis zur Station Bir-Hakeim. Danach der Wegbeschilderung folgen bis zum Eiffelturm und dabei die unzähligen illegalen Souvenir-Verkäufer abwimmeln. Und schon sieht man:
Nach rund 45 Minuten warten - das Portemonnaie hatte bereits € 8.30 für den Eintritt abgenommen, ging es mit dem Lift auf die zweite Etage.
Die Aussicht war einfach atemberaubend.
In der Champs-Élysées ging dann die Shoppingtour los. Mit der Kollegin, die mich begleitete, ging es in alle möglichen Läden an der Strasse. Ein Besuch in einer grossen amerikanischen Fast-Food-Kette liessen wir uns - selbstverständlich nur wegen des Gratis-WLAN-Zugangs - nicht nehmen.
Nach einem Spaziergang durch die schöne, aber laute Champs-Élysées gingen wir erneut auf die Métro und fuhren zu einer weiteren Shoppingmöglichkeit, dem Einkaufszentrum "La Fayette". Da es dort ebenso eine Filiale der grossen Fast-Food-Kette hatte, informierten wir uns via WLAN und iPhone über die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.
Die nächste Carrefour-Filiale war zwar etwas entfernt, mit der Métro wird auch eine solche Entfernung zum Katzensprung.
Nachtessen eingekauft, jetzt kann es in Richtung Gare-de-Lyon gehen, wir steigen in den TGV und kommen ohne Probleme nach Hause. So war der Plan. In Wirklichkeit wurde der Plan etwas hektischer.
Mit der Métro fuhren wir bis zum Bahnhof Paris-Est, also zu dem Bahnhof, an dem wir am Morgen angekommen waren und stiegen dort auf die S-Bahn um. An der nächsten Station blieb die S-Bahn dann stehen ohne weiterzufahren. Keine Durchsagen, keine Haltestellenanzeigen und beunruhigt aussehende Passagiere liessen uns ebenfalls unruhig werden. Wann geht die Fahrt weiter? Erreichen wir jetzt noch unseren Zug?
Wir stiegen aus der stehenden S-Bahn aus und uns kamen Polizisten mit Hunden entgegen. In grosser Hektik stiegen wir in die S-Bahn ein, die ebenfalls an der Gare-de-Lyon fuhr und noch zu verkehren schien. Schlussendlich erreichten wir um ca. 17.45 Uhr den Bahnhof und rannten quer durch den Bahnhof zu unserem TGV mit der Abfahrt um 17.58 Uhr.
Ein erlebnisreicher Tag: Paris ist eine, an touristischen Orten, schöne und interessante Stadt. Es lohnt sich, Paris einmal zu besuchen, auch wenn es nur ein Tagesausflug ist. ;-)
I'm back.
Da bin ich wieder. Nachdem ich mich schon vom Blog verabschiedet hatte, schreibe ich jetzt wieder für diesen Blog. Ab August 2010 wird dann ein weiterer Blog dazukommen, so dass es eventuell gleich mehrere Beiträge zum Lesen gibt. :-)
Ich habe in der Zwischenzeit den Lehrplatz gewechselt und bin nun am Bahnhof Ramsei im Verkauf und im Fahrdienst tätig. Weitere Details über den Lehrplatz Ramsei gibt es in der nächsten Zeit.
Auch weiterhin freue ich mich über das Feedback von euch Leserinnen und Leser, welches ihr mir gerne via Kommentar zu den einzelnen Beiträgen abgeben könnt.
Let's start!
«Warum verteilet dir Gratis-Tageschartene?»
Vor einer Woche war ich für die BLS an ihrem Stand an der Ferienmesse Bern. Um 8.30 Uhr traff ich Coach Martin, welcher ebenfalls seinen Einsatz in Bern hatte, und Alina, eine Lernende und gute Kollegin von mir.
Zusammen gingen wir auf das Gelände der Ferienmesse und in die Halle zum Stand der BLS. Wir wurden nicht gross instruiert, es galt einfach, viel Wettbewerbstalons zu verteilen, Ferienprospekte den Besuchern abzugeben und sie bei Fragen über die BLS kompetent zu beraten.
Um 10.00 Uhr öffnete die Ferienmesse und die ersten Besucherinnen und Besucher strömten hinein. Die ersten Wettbewerbe wurden ausgefüllt, die ersten Prospekte mitgenommen und wir konnten uns langsam unseren Werbespruch zurechtbiegen und an den ersten Kunden ausprobieren. Mein Werbespruch lautete etwa: «Bim Wettbewärb vor BLS giz e Städtereis uf Lyon und aus erschte Pris e Städtereis uf Prag z'gwinne – Sit dir interessiert?»
Den ganzen Morgen verteilte ich Wettbewerb um Wettbewerb und half ab und zu auch bei den Wettbewerbsfragen.
Nach der Mittagspause half ich den Besucherinnen und Besuchern beim Ausfüllen des Wettbewerbs. «Die erschti Antwort heit dir diräkt vor euch.. Genau, Lyon isch di erschti Antwort. Di zwöiti Antwort finget dir hie uf däm Flyer.. Exakt, es si Swiss und Czech Airlines. Di dritti Antwort suechet dir am gschidschte uf üsere Lötschbärgercharte, ussert dr Begriff 'Lötschbärg' chöm öich bekannt vor..? - Mhm, das isch richtig: Dr Lötschbärger fahrt Bärn-Spiez-Kanderstäg-Goppestei-Brig und Bärn-Spiez-Zwöisimme. Die vierti Ufgab müesst dr nid unbedingt mache, die isch freiwiuuig und d'Antwort uf die füfti Frag finget dir uf üsem Outo dert hinger im Egge. Mir hei 2010, 50 Jahr weniger, genaau, git 1960.»
Irgendwann begannen ich und Alina, den Kindern Spielbillette und Ballone an die Kinder zu verteilen. Die Kinder hatten enorm Freude daran, wenn sie etwas Süsses aus der WhiteBull-Tasche ziehen durften.
Ein Mann sprach mich plötzlich mit empöhrter Stimme an:
«Dir, d'Priise gö immer wie meh ufe und was machet dir? Verteilet Tageschartene ad Ching?? Darf me wenigschtens o so eini ha?»
Ich musste aufpassen, das ich nicht begann, zu lachen.
«Dir chöit natürlech gärn es Chinderbillett ha, dir müesstet eifach no es gwöhnlechs Billett drzue löse..»
Der Mann schaute zuerst verwundert auf das Kinderbillett, das ich ihm entgegenstreckte und sagte dann: «Nenei, scho guet. Ade.» und ging.
Es ging dann gegen den Abend zu und Alina und Martin, die sich vorher noch nie gesehen hatten, begannen, sich gegen mich zu verbünden. Plötzlich sagten sie mir dauernd «Wüescht», was mich zuerst immer komplett aus dem Konzept brachte. ;-)
Auf jeden Fall war die Ferienmesse eine coole Erfahrung und ich freue mich jetzt noch auf die letzten Tage an der Junior Station Langnau.
Berufsinformation im Kundenkontakt
Pro und Kontra einer neuen Regelung
Was harmlos klingt, hat bei uns im Büro einige Reaktionen ausgelöst. In unserem monatlichen Infomail, das wir Lernenden von login per E-Mail erhalten haben, stand nämlich unter anderem folgendes: "Die Lernenden im Kundenkontakt erhalten kleine Plaketten, die sie als Lernende ausweisen. Das Anbringen der Plaketten ist obligatorisch."
Bisher stand auch auf meinem Namensschild nur mein Name, keine Funktion. Es steht also nicht "Lernender" oder "Lernender Kaufmann öV".
Es gibt selbstverständlich Punkte, die dafür und dagegen sprechen. Ist nämlich die Funktion nicht angeschrieben, werden wir Lernenden ernster genommen. Sprüche, wie "Chöit dir de das?" fallen garantiert weg, da die Kunden unsere Funktion logischerweise nicht kennen. Dies ist der Punkt, an dem ich bisher immer sagen konnte: Cool, das es bei euch so läuft, login. Und dies sehe nicht nur ich so, sondern auch andere*:
«Ich finde, je nach dem ist es sehr beschämend und mühsam als Lernende dargestellt zu werden. Viele Leute sehen uns im Kundenkontakt danach als minderwertig an! Ich habe auch schon an einem Lehrort erlebt, dass die Kunden gewusst haben, dass ich eine Lernende bin und diese Kunden sind dann jeweils nicht zu mir an den Schalter gekommen. Ich finde, diese Zusätze sind für uns Lernende zum Wohlbefinden keine gute Lösung sondern eher erniedrigend. Ich denke, jedem Lernenden ist bewusst, das er eben genau dies ist: Lernender! Das muss man nicht auch noch anschreiben! Es gibt sicherlich sinnvollere Methoden auf Login als Ausbildungsfirma aufmerksam zu machen!»
«Warum man genau so Werbung für eine Lehre machen muss, ist mir unklar. Warum kann man nicht einfach in jedem Bahnhof ein A4-Blatt im Login-Design aufhängen und darauf schreiben: 'Hier arbeiten Lernende von Login' ?»
Klar, es gibt auch eine andere Seite, die ich auch verstehe, weil ich in der ersten Tagen meiner Lehre vor allem diesem Problem begegnet bin. Ein Kunde kommt an den Schalter, ich kenne das Angebot nicht richtig und muss dem Kunden über ein Angebot, von dem ich genau so viel weiss wie der Kunde, Auskunft geben. Der Kunde versteht es nicht, weil ich nachfrage. Schliesslich bin ich ja nicht mit Lernender angeschrieben.
Dies sind beide Seiten, die ich sehe und bei denen ich beide Parteien, Befürworter und der Gegner dieser Funktionszusätze, verstehe.
Warum hat sich Login eigentlich zu diesem Schritt entschieden?
In unserem Infomail steht: «Die Welt des Verkehrs braucht Verstärkung: jährlich steigt die Zahl der offenen Lehrstellen und Berufsmatura-Praktika bei Login.» – sprich: Wir machen Werbung für die Lehrstellen bei Login.
Lernende: Was haltet Ihr von dieser neuen Regelung?
*Die einzelnen Beiträge wurden direkt an mich gesendet. Aus Rücksicht auf die gewünschte Anonymität veröffentliche ich keine Namen der Verfasser.
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