Ab in den Schlussspurt
Wie gewohnt erscheinen meine Blogartikel in loser Folge. Es ist wieder soweit, die Schreibwut hat mich wieder einmal gepackt. Mein Abschied vom Wallis und mein Neustart im Bahnhof Bern sind das Thema des folgenden Artikels.
Mein vierter Einsatzort war das Reisezentrum in Visp. Ich reiste an jedem Arbeitstag eine Stunde hin und eine Stunde zurück und rückblickend muss ich sagen: Das war es wert.
Kurz zusammengefasst: Das "Walliserdeutsch" war für mich am Anfang relativ anspruchsvoll, schliesslich gibt es eine Unzahl Kuriositäten im Wortschatz der Walliser. "Embrii" (herunter), "Embrüff" (hinauf), "Staale" (Bahnhof Stalden-Saas) oder "Saniglas" (St. Niklaus) sind nur einige Beispiele davon. Doch schnell verstand ich die Walliser und auch mit den Billetten mit "Einheimischen-Rabatt" kam ich nach kurzer Zeit klar. Immer wieder gab es Sondereinsätze ausserhalb des Wallis, so auch zum Beispiel im Verkehrshaus Luzern (siehe der Artikel unterhalb). Aber auch Wallis-intern gab es Sondereinsätze, so kam ich zum Beispiel beim Ausfall der Tunnelsteuerung des Lötschberg-Basistunnels (LBT) als Kundenlenker zum Einsatz. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, welche fix vor Ort arbeiten, konnten wir den Leuten gut erklären, dass sämtliche Züge via LBT ausfallen würden. Auch für mich als "Üsserschwiizer" (faktisch jeder, der ausserhalb des Wallis lebt) hatte diese Sperrung Konsequenzen. Mein Arbeitsweg verdoppelte sich und so hatte ich an diesen zwei Tagen je 2 Stunden pro Weg.
Mit meiner "Mitlernenden" und Klassenkollegin Rebekka reiste ich oft zusammen von Spiez nach Visp, so hatten wir Zeit zum "hängertu" (plaudern, lästern). Sobald ich Thun einen Sitzplatz gefunden hatte, ging ein SMS an Rebekka: "Für die angemeldete Person ist im 2. letzten Wagen, Einstieg Seite Interlaken / Brig, im Oberdeck Platz reserviert." - Jeden Tag variierte dieses SMS und so wurde es nach 5 Monaten zu einer Herausforderung. ;-)
In der letzten Woche schnupperte ich noch kurz bei der MGB rein, dessen Mitarbeiter auch im Reisezentrum Visp arbeiten. Am Bahnhof St. Niklaus läuft zwar verkaufstechnisch wenig, dafür muss der anwesende Mitarbeiter jeden einzelnen Zug abfertigen. Erst danach fährt der Zug los. Klingt einfach, doch bei einer Zugskreuzung und zwei verspäteten Zügen gar nicht so einfach. ;-)
Alles hat ein Ende...
...auch Visp hat eins. Und so packte ich vor zwei Wochen meine Sachen, verabschiedete mich mit Kuchen von meiner "Unterstiftin" Tanja (Dü weisch wiä ichs mein, gäll?), René, Pascal, Martin, Jasmin, Josianne, Nadia und Thomas.
Auf ein Neues!
Nach einem verlängerten Wochenende startete ich dann letzten Mittwoch ins 3. Lehrjahr. Zusammen mit vier anderen Lernenden absolvierten wir den Kick-off-Tag, hatten einen ersten Einblick ins Labyrinth des Bahnhofs Bern (dazu später mehr) und am Schluss des Tages standen wir zwecks Teambildung in der Küche des Berufsbildners und bereiteten Rahmschnitzel und Nüdeli, Salat und Schoggikuchen zu. Ä guete! ;-)
Die Touren in Bern sind zur Hälfte begleitet und zur anderen Hälfte werden selbstständige Touren eingeteilt. Am Montag war ich zwischenzeitlich alleine am Schalter und hatte den Verkauf grösstenteils im Griff. Für mich ein Zeichen: Ich bin bereit!
Geschichten rund um den Bahnhof Bern sowie meinen Einsätze auf dem Zug folgen. Ich hoffe, das ich euch auch in meinem letzten Lehrjahr als Leserinnen und Leser begrüssen darf.
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