Schuss vor den Bug
Trainieren macht Spass. Man tüftelt so in einer Werkstatt vor sich hin, teilt sich die Zeit selbst ein und ist die Ruhe selbst. Wettkämpfe dagegen sehen anders aus: Umzingelt von Zuschauern und Juroren sind wir unter Zeitdruck in einem Höllenlärm zugange. Damit wir für die WM gut vorbereitet sind, veranstaltet Swissmem deshalb Vorbereitungstests in Einkaufzentren – zur Stosszeit am Samstag.
Erster Schauplatz war das Glattzentrum in Zürich. Direkt vor der Migros wurden wir am Morgen mit einer echten Aufgabe von der WM 2005 begrüsst. Um es kurz zu machen: wir kamen ganz schön ins Schleudern. Die Aufgabe war hammerschwer, und einen Meter vor dir stehen Herr und Frau Schweizer und kommentieren, was du da tust. Im Gegensatz zu den Konstrukteuren und Elektronikern, die alleine antreten, sind Marco und ich ja ein Team und müssen uns verständigen können: Ohropax ist keine Option. Habe versucht, den Geräuschpegel auszublenden, aber das fällt schwer, wenn eine Mutti ihrem Fünfjährigen gerade komplett falsch erklärt, was wir da machen. Ein paar Bilder gibt’s hier.
Vorbereitung der anderen Art
Ende vom Lied war, dass wir nicht in der vorgegebenen Zeit fertig wurden, zumal auch noch ein paar Komponenten, die wir verbauen sollten, fehlerhaft waren.
Diese Erfahrung war ein gutes Training zur rechten Zeit. Wäre die WM nur noch einen Monat entfernt, würde ich jetzt sicher in Panik geraten, aber so haben wir eine gute Lektion bekommen, wie mit so einer Situation umgehen: nicht aus der Ruhe bringen lassen, versuchen, auch nach einer gescheiterten Aufgabe die anderen Aufgaben zu lösen. Und: wenn alles nichts hilft, wenigstens fünf Minuten vor Schluss aufräumen, damit das angerichtete Chaos nicht gleich so ins Auge fällt.
Weiterhin optimistisch sein
Schliesslich sagte uns ein anwesender Prüfungsexperte, dass selbst er bei der Programmierungsaufgabe nicht auf Anhieb gewusst hätte, wie er das Ganze angegangen wäre. Das macht doch wieder Mut. Genauso wird uns helfen, dass die Swissmem-Kandidaten alle einen Sportpsychologen zur Seite gestellt bekommen.
Gute Aussichten also. Aber erstmal geniesse ich noch Barcelona – und werde natürlich berichten.
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