Mit Kettensägen vor dem Bundeshaus
Die mündlichen BM-Prüfungen liefen deutlich besser als die schriftlichen. Das Erlernte konnte ich gleich im Anschluss anwenden, und das erst noch an ungewohnter Stelle: im Bundeshaus.
Ich wurde in Mathe, Englisch und Deutsch geprüft. Für Deutsch musste ich drei Bücher aus drei Epochen vorbereiten. Unter anderem wählte ich „Wilhelm Tell“. Dazu gab’s zwar keine Frage, doch als wir am Tag darauf durchs Bundeshaus geführt wurden, war ich wahrscheinlich der einzige, der alle Statuen aus unserem Nationaldrama, die dort aufgestellt sind, richtig benennen konnte.
Der Besuch des Bundeshauses gehört zum Pflichtprogramm der Berufs-WM-Kandidaten. Ueli Müller, Generalsekretär von SwissSkills, die Prüfungsexperten, uns 37 Teilnehmer und unsere persönlichen Gäste. Mich begleiteten neben meiner Mutter und meiner Schwester noch der Gemeindepräsident von Reichenbach, Gottfried Bühler. Nach der besagten Führung durften wir die laufende Nationalratsdebatte verfolgen. Monsieur Couchepin referierte über das Gesundheitssystem. Auf der Besuchertribüne muss man sich so leise wie möglich verhalten. Das gelang uns sehr gut – im Gegensatz zu den Parlamentariern. Dort unten war ein stetiges Kommen und Gehen und ein ziemlicher Lärm – im Klassenzimmer gäb das Ärger…
Anschliessend gab’s im extra vor dem Bundeshaus aufgebauten Festzelt ein sehr feines Apero und noch ein wenig Show: Die Forstwarte, die zwar nicht an „unsere WM“ mitgehen, sondern ihre eigene veranstalten, zeigten ihre Fähigkeiten. Im Mittelpunkt dabei die Kettensägen, mit denen Holz zerlegt wurde und an denen die Ketten ausgetauscht wurden. Kein Wunder, fand das VOR dem Bundeshaus statt und nicht DRINNEN. Die Sicherheitskontrolleure hätten keine Freude gehabt.
Übrigens: Frau Leuthard war leider verhindert. Sie war an dem Tag damit beschäftigt, etwas einzuweihen. Wir hatten auch so unseren Spass.
Einige Bilder findet ihr im Beitrag von SwissSkills.
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