Home, Sweet Home
Ich bin wieder daheim. Mit 1'500 Fotos, einem Diplom, vielen unvergesslichen Erinnerungen und einem Mega-Jetlag im Gepäck.
Wie Ihr bereits wisst: wir haben den 5. Platz gemacht. Eigentlich eine tolle Leistung angesichts der 28 Mitkonkurrenten und des Pechs, das wir hatten. Aber doch ein wenig enttäuschend, zumal es zwei dritte und keinen vierten Platz gab, so dass wir nur ganz knapp am Podest vorbeigeschrammt sind.
WM-Qualität?
Ich war etwas geschockt vom Niveau der WM, was die Dokumentation und das vorbereitete Material anging. Die schlechte Qualität der Komponenten, die Fehler in den Aufgabenbeschrieben, falsche Schraubentypen und Sensoren – alles liess sehr zu wünschen übrig. Auch andere Berufsgruppen hatten grosse Probleme.
Was aber nicht heisst, dass ich es nicht sehr genossen habe. Das ganze Event war Weltklasse. Angefangen vom Pre-Camp in den Rocky Mountains, wo wir Schweizer endgültig zu einem grossen, tollen Team zusammengeschweisst wurden. Neben der obligatorischen Sophrologie, diesmal aufgepeppt mit Qi-Gong, gab es Kanu- und Kajakfahren, Wandern, Biken in einer unvergleichlichen Kulisse.
Auf nach Calgary
Dann zügelten wir nach Calgary und wir waren überwältigt von der bombastischen Eröffnungsfeier. Einen kleinen Ausschnitt bietet das folgende Video:
Dann begann der Wettbewerb, über den ich ja nicht mehr berichten muss. Was toll war, dass meine Familie mit dabei war, die ich wenigstens zwischendurch mal sehen konnte. Nachdem ich in den Monaten zuvor so wenig daheim gewesen war, war es toll, dass sie bei so einem wichtigen Anlass dabei waren.
Nach der letzten Aufgabe ging das Schweizer Team zusammen essen; es war ein Riesenplausch. Alle waren erleichtert und glücklich, es hinter sich zu haben. Natürlich ging es hinterher noch in den Ausgang.
Doch noch auf dem Podest
Ein weiteres Riesenhighlight war die Abschlussfeier trotz der Enttäuschung über unserer Platzierung. Wir hatten es ja im Vorfeld geahnt, von daher flossen keine Tränen. Die hervorragende Platzierung der Schweizer Mannschaft als zweitbeste der Welt wurde vom ganzen Team gefeiert, alle sprangen aufs Podest und jubelten. Wir hatten es ja wirklich gut miteinander, alle gönnten einander die Erfolge und es herrschte keinerlei Eifersucht.
Party
Ohne Unterbruch liessen wir direkt im Anschluss im Festzelt eine Riesenparty steigen. Unsere Polonaise zog alle anderen Nationen voll mit. Ich denke, einige mussten ihr Vorurteil über die stillen Schweizer gründlich überarbeiten…
Am nächsten Tag waren wir Ehrengäste beim Footballspiel zwischen den Calgary Stampeders und den Edmonton Eskimos. Riesenstimmung mit über 40‘000 Zuschauern, aber das Spiel selbst war nicht so spannend wie ich immer gedacht hatte: Es wird 20 Sekunden gespielt, dann gibt es wieder zwei bis drei Minuten Unterbruch. Ausverkauft und trotzdem öde!
Vancouver
Anschliessend waren noch zwei Tage Vancouver angesagt. Dort machten wir dem Schweizer Konsul sowie dem Schweizer Schützenverein (als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft muss man mindestens 50% Schweizer Blut in sich haben) einen Besuch. Ansonsten hiess es: Hardcore-Ausgang, und das alles im feinen Tenü. Als ich am Freitagmorgen nach mehrheitlich verpennten Flügen in Zürich aus dem Flugzeug stieg, grauste es mir fast vor mir selbst…
Riesenempfang daheim
Der Empfang in Zürich war überwältigend. Obwohl wir nur 5. wurden, hatten wir Automatiker den grössten Fanclub. Familie, Freunde, Vertreter/innen der VBZ, des BZI und von login feierten uns. Offizieller Empfang im Alpenrockhouse am Flughafen, dann bei der VBZ und schliesslich noch in Reichenbach, wo das Hotel meiner Eltern mit einem feinen Znacht Mittelpunkt der Feier war. Dazu gab es einen Empfang im Gemeindehaus und einen Umzug durchs Dorf mit Tambouren und Trachtenverein. Ganz grosses Kino!
Und jetzt?
Jetzt mache ich erstmal Ferien und versuche, meinen wahnsinnigen Jetlag loszuwerden. Wache um 4 Uhr morgens auf und bin hellwach! Aber endlich>, wovor ich mich jetzt monatelang wegen der Verletzungsgefahr hüten musste: Skifahren (in Saas-Fee auch jetzt möglich), Fussball, Biken… Am 5. Oktober geht es zurück in den Signalbezirk der BLS, vielleicht wird ja die Weichenheizung doch noch vor dem Winter fertig. Und im März heisst es dann „Achtung, fertig, Markus!“
Adieu
Mit meiner Rückkehr endet auch dieser Blog. Ich möchte mich bei allen Leser/innen für ihr Interesse bedanken – allein während meiner Zeit in Calgary haben über 1‘500 Surfer online vorbeigeschaut. Ein grosses Dankeschön auch an all meine Unterstützer: meine Familie, das BZI, die BLS, login, . . ., war eine tolle Zeit, an die ich mich immer gern erinnern werde. Macht’s gut!
Euer Markus
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