Blog Markus Trachsel
Ich bin wieder daheim. Mit 1'500 Fotos, einem Diplom, vielen unvergesslichen Erinnerungen und einem Mega-Jetlag im Gepäck.
Wie Ihr bereits wisst: wir haben den 5. Platz gemacht. Eigentlich eine tolle Leistung angesichts der 28 Mitkonkurrenten und des Pechs, das wir hatten. Aber doch ein wenig enttäuschend, zumal es zwei dritte und keinen vierten Platz gab, so dass wir nur ganz knapp am Podest vorbeigeschrammt sind.
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Mit den 24 anderen Kollegen aus der Automatikerklasse meiner Berufsschule machte ich in der vergangenen Woche Barcelona unsicher. T-Shirt-Wetter bei 18 Grad, doch für den Strand hatten wir nur einmal kurz Zeit – natürlich an dem Tag, wo es echt kalt war. Aber wir lagen eisern mit Badehosen am Meer.
Kulturmarathon
Ansonsten hielten uns Peter Weibel, unser Klassenlehrer (und Urheber und Förderer der Idee mit den Meisterschaften) sowie Simon Meyer, sein Kollege für die Allgemeinbildung, auf Trab. Pro Tag gab es ein halbes Dutzend Kirchen und Museen abzuarbeiten. Das Picasso-Museum und die grosse Kathedrale waren schon sehr faszinierend, aber irgendwann am Nachmittag war der Arbeitsspeicher meistens voll.
Spanische Sitten
Denn Schlaf gab’s nicht viel. Als gute Touristen passten wir uns den Einheimischen an – und starteten immer erst gegen Mitternacht in den Ausgang. Das passte mit den Schweizer Frühstückszeiten von 8 Uhr ganz schlecht zusammen. Am letzten Tag kam’s, wie es kommen musste – alle 5 in unserem Zimmer verpennten. Es setzte eine Strafpredigt à la „So wird man nie Weltmeister!“. Na ja, so lange ich nur in den Ferien verschlafe und nicht an der WM…
Weitere Bilder meiner Barcelona-Reise findest du im Fotoalbum.
WM-Qualität?
Ich war etwas geschockt vom Niveau der WM, was die Dokumentation und das vorbereitete Material anging. Die schlechte Qualität der Komponenten, die Fehler in den Aufgabenbeschrieben, falsche Schraubentypen und Sensoren – alles liess sehr zu wünschen übrig. Auch andere Berufsgruppen hatten grosse Probleme.
Was aber nicht heisst, dass ich es nicht sehr genossen habe. Das ganze Event war Weltklasse. Angefangen vom Pre-Camp in den Rocky Mountains, wo wir Schweizer endgültig zu einem grossen, tollen Team zusammengeschweisst wurden. Neben der obligatorischen Sophrologie, diesmal aufgepeppt mit Qi-Gong, gab es Kanu- und Kajakfahren, Wandern, Biken in einer unvergleichlichen Kulisse.
Auf nach Calgary
Dann zügelten wir nach Calgary und wir waren überwältigt von der bombastischen Eröffnungsfeier. Einen kleinen Ausschnitt bietet das folgende Video:
Dann begann der Wettbewerb, über den ich ja nicht mehr berichten muss. Was toll war, dass meine Familie mit dabei war, die ich wenigstens zwischendurch mal sehen konnte. Nachdem ich in den Monaten zuvor so wenig daheim gewesen war, war es toll, dass sie bei so einem wichtigen Anlass dabei waren.
Nach der letzten Aufgabe ging das Schweizer Team zusammen essen; es war ein Riesenplausch. Alle waren erleichtert und glücklich, es hinter sich zu haben. Natürlich ging es hinterher noch in den Ausgang.
Doch noch auf dem Podest
Ein weiteres Riesenhighlight war die Abschlussfeier trotz der Enttäuschung über unserer Platzierung. Wir hatten es ja im Vorfeld geahnt, von daher flossen keine Tränen. Die hervorragende Platzierung der Schweizer Mannschaft als zweitbeste der Welt wurde vom ganzen Team gefeiert, alle sprangen aufs Podest und jubelten. Wir hatten es ja wirklich gut miteinander, alle gönnten einander die Erfolge und es herrschte keinerlei Eifersucht.
Party
Ohne Unterbruch liessen wir direkt im Anschluss im Festzelt eine Riesenparty steigen. Unsere Polonaise zog alle anderen Nationen voll mit. Ich denke, einige mussten ihr Vorurteil über die stillen Schweizer gründlich überarbeiten…
Am nächsten Tag waren wir Ehrengäste beim Footballspiel zwischen den Calgary Stampeders und den Edmonton Eskimos. Riesenstimmung mit über 40‘000 Zuschauern, aber das Spiel selbst war nicht so spannend wie ich immer gedacht hatte: Es wird 20 Sekunden gespielt, dann gibt es wieder zwei bis drei Minuten Unterbruch. Ausverkauft und trotzdem öde!
Vancouver
Anschliessend waren noch zwei Tage Vancouver angesagt. Dort machten wir dem Schweizer Konsul sowie dem Schweizer Schützenverein (als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft muss man mindestens 50% Schweizer Blut in sich haben) einen Besuch. Ansonsten hiess es: Hardcore-Ausgang, und das alles im feinen Tenü. Als ich am Freitagmorgen nach mehrheitlich verpennten Flügen in Zürich aus dem Flugzeug stieg, grauste es mir fast vor mir selbst…
Riesenempfang daheim
Der Empfang in Zürich war überwältigend. Obwohl wir nur 5. wurden, hatten wir Automatiker den grössten Fanclub. Familie, Freunde, Vertreter/innen der VBZ, des BZI und von login feierten uns. Offizieller Empfang im Alpenrockhouse am Flughafen, dann bei der VBZ und schliesslich noch in Reichenbach, wo das Hotel meiner Eltern mit einem feinen Znacht Mittelpunkt der Feier war. Dazu gab es einen Empfang im Gemeindehaus und einen Umzug durchs Dorf mit Tambouren und Trachtenverein. Ganz grosses Kino!
Und jetzt?
Jetzt mache ich erstmal Ferien und versuche, meinen wahnsinnigen Jetlag loszuwerden. Wache um 4 Uhr morgens auf und bin hellwach! Aber endlich>, wovor ich mich jetzt monatelang wegen der Verletzungsgefahr hüten musste: Skifahren (in Saas-Fee auch jetzt möglich), Fussball, Biken… Am 5. Oktober geht es zurück in den Signalbezirk der BLS, vielleicht wird ja die Weichenheizung doch noch vor dem Winter fertig. Und im März heisst es dann „Achtung, fertig, Markus!“
Adieu
Mit meiner Rückkehr endet auch dieser Blog. Ich möchte mich bei allen Leser/innen für ihr Interesse bedanken – allein während meiner Zeit in Calgary haben über 1‘500 Surfer online vorbeigeschaut. Ein grosses Dankeschön auch an all meine Unterstützer: meine Familie, das BZI, die BLS, login, . . ., war eine tolle Zeit, an die ich mich immer gern erinnern werde. Macht’s gut!
Euer Markus
Die Stimmung im Schweizer Mechatronics-Team ist auch nach dem zweiten Wettkampftag noch gut.
Dies ist nicht selbstverständlich, da es heute im gleichen Stil weiterging wie gestern. Eine anspruchsvolle Aufgabe musste in nur sechs Stunden gelöst werden. Zudem war die Aufgabenstellung auch heute wieder fehlerhaft, was zu langen Diskussionen zwischen den Kandidaten und Experten führte.
Aus diesem Grund erhielt das Schweizer-Team eine Zeitgutschrift von 40 Minuten. So wurde die Fluessigkeitsabfuellanlage von Markus und Marco auch noch funktionstüchtig. Die beiden sind mit ihrer heutigen Leistung zufrieden.
Herzliche Gruesse aus den windigen Calgary
Michaela und Cornelia Trachsel
Das Mechatronik-Team erreichte schlussendlich den 5. Schlussrang an den WorldSkills 2009 in Calgary. Eine tolle Leistung!!
Neulich im Nachtzug: Marco und ich machten uns auf den Weg um herauszufinden, was die benachbarte Konkurrenz so macht. Während der Hannover Messe fanden die Deutschen Berufsmeisterschaften statt.
Gut kann ich mit den Händen tippen und muss nicht meine Füsse bemühen: Das täte noch weh. So ein Feuerlauf wie am Wochenende bleibt nicht ohne Folgen – wenn die Vernunft ein bisschen aussetzt.
Unsere Anzüge sind (endlich) geliefert worden. So sind wir bereit für den Empfang im Bundeshaus im Juni und die formellen Anlässe im Rahmen der WM selbst.
Letztes Mal taten die Füsse weh, jetzt die Hände: hatte nach Monaten doch mal wieder Lust aufs Fussball spielen und habe mir prompt den rechten Daumen gestaucht (ja, ich bin Rechtshänder). Deshalb bin ich „getaped“ und melde mich heute nur kurz.###MORE###
Die mündlichen BM-Prüfungen liefen deutlich besser als die schriftlichen. Das Erlernte konnte ich gleich im Anschluss anwenden, und das erst noch an ungewohnter Stelle: im Bundeshaus.
Ich wurde in Mathe, Englisch und Deutsch geprüft. Für Deutsch musste ich drei Bücher aus drei Epochen vorbereiten. Unter anderem wählte ich „Wilhelm Tell“. Dazu gab’s zwar keine Frage, doch als wir am Tag darauf durchs Bundeshaus geführt wurden, war ich wahrscheinlich der einzige, der alle Statuen aus unserem Nationaldrama, die dort aufgestellt sind, richtig benennen konnte. ###MORE###
Meine Lehre ist offiziell vorbei, ich sollte glücklich über das Erreichte sein. Doch der Blick geht nach vorn: Die Zeit zur Vorbereitung auf die WM zerrinnt mir zwischen den Fingern.
Letzte Woche durfte ich gleich dreimal feiern: Am Dienstagabend war Lehrabschlussfeier aller login-Lernenden rund um Bern, am Freitagnachmittag erst die Abschlussfeier von der BMS und am Abend dann – nachdem wir wegen des Truckerfestivals in Interlaken gehörig im Stau gestanden hatten – die Abschlussfeier der Gewerbeschule. Wobei wir dort wohl nur einen recht unspannenden Vortrag verpassten. Für den Ausgang hinterher blieb auf jeden Fall noch genug Zeit!
Zukunft
Im Unterschied zu meinen Kollegen winken bei mir jetzt keine Ferien – 4 Tage Gampel müssen zur „Erholung“ reichen. Stattdessen trainieren Marco und ich wie vergiftet. Ende Monat werden bereits die schweren Werkzeuge verschifft, danach können wir nur noch Programmieren üben. Aber es geht voran, die WM-Aufgabe von 2007 haben wir schon lösen können, brauchten weniger Zeit als vorgegeben und hatten nur ein paar kleine Fehler. Und dann ist ja am nächsten Samstag, 4.7. noch ein öffentlicher Vorbereitungstest.
… ist nicht etwa New York, sondern Uster. Wobei, die Stadt schläft sicher, nur wir nicht. Oder wenn, dann nur so wenig, dass es gar nicht lohnt, die Berufsschule zu verlassen. Deshalb haben wir in einem leeren Klassenraum unser Lager aufgeschlagen: Arbeiten, essen, schlafen findet alles auf 50 m2 statt.
Kennt Ihr dieses Kinderspiel „Ich packe meinen Koffer…“? Jeder Spieler beginnt den Satz mit „Ich packe meinen Koffer…“ und erfindet eine Sache, welche er einpackt. Der nächste muss dann die Dinge wiederholen, die seine Vorgänger genannt haben und wieder etwas dazu erfinden.
Das Problem besteht natürlich darin, dass man sich die vielen Sachen immer schwerer merken kann. Marcos und mein Problem hat auch mit zu viel Gepäck zu tun, ist aber nicht mental, sondern real: Wir dürfen eine Palette mit Werkzeugen nach Kanada mitnehmen – und das ist einfach zu wenig. Und wir müssen uns jetzt entscheiden, denn die Verschiffung ist morgen. Jetzt ist die Frage: Was können wir weglassen, ohne dass wir es in Calgary bereuen? Wie kann unsere mentale Stärke allfällige reale Mängel ausgleichen?
Ich werde berichten.
Unsere Palette mit Werkzeugen ist mittlerweile wohl irgendwo im Atlantik unterwegs. Wir haben alles reingekriegt, 360 kg, das sind ca. 100 kg mehr als unsere Vorgänger. Was nicht heisst, dass wir jetzt mit leeren Händen da sitzen.
In unserem Trainingszentrum in Uster sind nämlich mittlerweile so ziemlich alle Festo-Trainings-Anlagen der Schweiz bei uns versammelt, die zusammen einen Wert von 250‘000 CHF haben. Nicht schlecht, oder? An denen üben wir weiter und machen uns so mit den möglichen Anlagentypen vertraut, denen wir in Calgary begegnen könnten.
Trainieren auch ohne Werkzeuge
Unserer Werkzeuge beraubt, konzentrieren wir uns auf die Programmierung. Unsere letzten Trainings haben uns ermutigt, dass wir gar nicht so schlecht da stehen. Und wir hoffen auf eine schwierige WM-Aufgabe. Denn bei leichten Aufgaben werden wir mit Sicherheit von den Asiaten geschlagen. Die sind spitze im Auswendiglernen und wahnsinnig schnell bei der Anwendung bereits geübter Lösungen. Wenn es aber darum geht, eine komplexe, neuartige Lösung zu finden, haben wir wahrscheinlich ganz gute Chancen. Bis jetzt wurde es jedes Jahr schwieriger und wir hoffen auf wenigstens gleich hohes Niveau wie bei den letzten Weltmeisterschaften.
Arbeitslos?
Übrigens weiss ich gar nicht, ob ich derzeit arbeitslos bin: ab Oktober hat mich die BLS angestellt für die Zeit bis zur RS, aber wie es im September aussieht, konnte ich bisher noch nicht herausbekommen. Dabei wäre es versicherungstechnisch noch ziemlich wichtig, eine Anstellung zu haben. Mal schauen, was passiert, wenn mein Chef aus den Ferien zurück ist.
Am Mittwoch geht der Flieger, und ich bin immer noch in meiner zweiten Heimat Uster. Neben letzten Programmierübungen sind wir dabei, unsere Spuren der letzten Monate zu verwischen und unser Trainingscamp aufzuräumen. Ich kann es kaum glauben, dass es jetzt soweit sein soll.
Unsere Aussichten? Zwischendurch sind wir sehr zuversichtlich, was wir schon alles können. So haben wir zum Beispiel einige der WM-Aufgaben von 2007 besser lösen können als die damaligen Kandidaten. Aber dann fällt uns wieder ein, was wir noch alles hatten zusätzlich üben wollen / sollen… und dann sieht’s ganz anders aus mit unserem Selbstbewusstsein.
Vorfreude
In jedem Fall freue ich mich riesig darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Es wird ein Riesenevent mit 250‘000 Zuschauern und einer extrem langen Wettbewerbsdauer: Vom 2.-5. September, also vier Tage lang, werden wir an unseren Aufgaben arbeiten. Am 6. September abends (also am frühen Morgen Schweizer Zeit) erfahren wir an der Schlussfeier unseren Rang.
Mein Stellvertreter
Wie ihr sicher verstehen könnt, werde ich nicht in der Lage sein, während meiner Zeit in Kanada zu bloggen. Aber ich habe eine Vertretung: Stefan Schmid, WM-Sieger von 2001 und derjenige, der mich über Monate hinweg immer samstags trainiert hat, wird in Calgary dabei sein. Er wird dem Webteam von login regelmässig mitteilen, wie es uns so geht. Seine News werden hier veröffentlicht. So bleibt Ihr auch während der WM immer informiert.
Ausserdem gibt es Live-Infos auf www.swiss-skills.ch und www.swissmem.ch, sowie natürlich auf www.worldskills.org.
Ich danke euch, den bisher über 5‘000 Besucher/innen auf meinem Blog, auf jeden Fall jetzt schon herzlich für eure Unterstützung und hoffe, ihr drückt mir in der ersten Septemberwoche fest die Daumen!
Die Eröffnungsfeier in der Stampede Arena erreichte noch nie dagewesene Ausmasse!
Bei der Eröffnungsrede wurden als erstes die rechtmässigen Eigentümer des Landes, die "Indianer", begrüsst und geehrt.
Nebst eindrücklichen Reden fand ein riesiges Showprogramm statt. Von Feuerwerk bis hin zur Motorcrossshow...
Nach dem Event hatten wir die Möglichkeit alle Schweizer Kandidaten zu treffen.
Es sind alle froh, dass es morgen endlich soweit ist. Markus selber kämpft zurzeit mit seiner "verlorenen" Stimme... Aber auf diesem Niveau verstehen sich Marco und Markus auch ohne Stimme ;-)
Jedenfalls: gute Besserung und für morgen toi toi toi!!!
Stefan Schmid
Nach einem relativ entspannten ersten Wettkampftag sitzen wir im Feierabendbier.
Fassen wir zusammen:
Die erste Aufgabe, welche maximal drei Stunden dauerte, wurde von unserem Team mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossen.
Nach gut 1.5 Std. wurden alle Teilnehmer zusammengerufen. FESTO hatte versehentlich den falschen Sensortyp bereitgestellt. Dafür ging der Morgen kreativ, chaotisch weiter. Die Aufgabe wurde jedoch entsprechend angepasst und innert nützlicher Zeit zu Ende geführt.
Die zweite Aufgabe wurde erst stark verzögert (nahezu 5 Std. --> siehe Bild) durchgeführt.
Nach dem gestrigen Arbeitstag, der erst gegen 23 Uhr endete, starteten unsere Kandidaten am dritten Wettkampftag in den Top five!
Die heutige Aufgabe beinhaltete eine Erweiterung der bestehenden Anlagen. Die Maximalzeit betrug wieder sechs Stunden. Die "Fluidanlage" wurde mit der Station "Trennen" erweitert, welche die abgefüllten Becher mit einem Deckel verschliesst.
Markus und Marco haben die Anlage gegenüber der vorgeschriebenen Maximalzeit, 1.5Std früher fertiggestellt. Sowohl das Publikum wie auch die beiden Schweizer Kandidaten konnten mit Freude feststellen, dass ihre Anlage einwandfrei funktionert. Bis zum Zeitpunkt der Bewertung ihrer Aufgabe waren zwischenzeitlich rund zwei Stunden verstrichen.
Das Bewertungsverfahren nach einem definierten Ablauf, indem die Expertengruppe die Kandidaten zuerst beauftragt, ihre Anlage per Knopfdruck zu starten. Mit Schrecken mussten die beiden Schweizer feststellen, dass die Anlage nur noch teilweise funktionierte. Es ist bis zum Redaktionsschluss sowohl für die beiden Kandidaten wie auch die Zuschauer ein absolutes Rätsel, weshalb die Anlage die gewünschten Funktionen nicht erfüllte.
Bezüglich der Bewertung können keine genauen Angaben gemacht werden, sicher steht jedoch dass eine gewisse Anzahl Teilpunkte dem Schweizerteam zustehen werden.
Wir hoffen auf einen erfolgreichen Wettkampftag. Die Schweizerdelegation drückt den beiden Automatikern die Daumen und wünscht Ihnen gutes Gelingen.
Stefan Schmid
Markus und Marco zeigten uns und vor allem den anderen Kandidaten am letzten Wettkampftag nochmals,
wie Wettkämpfe zu gewinnen wären!
Leider erfüllte die zweitletzte Aufgabe nicht wie gewünscht alle Anforderungen :-( Aber dies hielt die Beiden sicher nicht ab bei der letzten Aufgabe nochmals vollen Einsatz zu geben!
Trotz allen Rückschlägen gratulieren wir euch zu dieser riesigen Leistung und wüschen euch noch ein schöne Reise und gute Erholung in Vancouver.
Stefan Schmid
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Seit Generationen ist dieser Weg der Infobeschaffung unter den europäischen Nachbarländern üblich – wir erhielten den Tipp von Adrian Trachsel, Automatikerweltmeister 2007, der uns bei der Vorbereitung auf Calgary unterstützt.
Die Deutschen haben den Vorteil, sich schon als Team auf die Landesmeisterschaften vorbereiten zu können. Marco und ich wurden ja im September spontan zusammengewürfelt, während die Kollegen in Deutschland das ganze vergangene Halbjahr miteinander trainieren konnten und sich jetzt erst der Endauswahl stellen müssen.
Das einberechnet, waren wir eigentlich nicht sehr beeindruckt von der Konkurrenz. Wir hatten gedacht, sie wären schon weiter. Wir konnten uns also nicht so mit Tipps, Tricks oder Ideen für Werkzeuge eindecken wie erhofft. Allerdings waren wir nur am ersten Tag dort – vielleicht drehten sie danach noch auf…
Schön war’s trotzdem: Dank Freifahrtschein konnte ich kostenlos reisen und die Deutsche Bahn war nicht mal unpünktlich.
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Die Worldskills-Teilnehmer/innen trafen wieder einmal zusammen, diesmal in Sursee. Inzwischen sind wir schon eine ganz eingeschworene Truppe, die fest zusammenhält.
Erst erhielten wir eine Medienschulung. Hat viel mit gesundem Menschenverstand zu tun, dass man den Medien gegenüber nicht alles ausplaudert und im entscheidenden Moment auch mal „Ich nehme dazu keine Stellung!“ sagt. Das ist ja der Vorteil beim Bloggen, wo man es unter Kontrolle hat, wie man was erzählt. Die Medien bauen sich die Aussagen hingegen schon manchmal so zusammen, wie es ihnen passt und die eigene Wahrheit geht verloren. Beim anschliessenden Test-Radio-Interview konnten wir uns gleich ausprobieren. Für ein erstes Mal lief’s gar nicht schlecht.
Später wurde es dann heiss: Erst schrieben wir alle unsere Ängste, die einen WM-Erfolg verhindern könnten, auf Papierzettel und verbrannten diese auf einem riesigen Stapel Holzscheite. Als die Glut schön zusammengefallen, aber immer noch mollige 800 Grad warm war, durften wir es wagen: Mit nackten Füssen drüber hinweg!
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Auf Mass geschneidert, passt das Teil super. Die Krawatte wird noch geliefert, dringender ist aber noch ein Shopping-Ausflug für Schuhe. Da war ich zwar schon mal unterwegs, aber zu Jeans sehen schicke Schuhe so blöd aus, dass ich das Unternehmen abgebrochen habe. So eine WM-Teilnahme stellt einen vor Herausforderungen, mit denen man total nicht gerechnet hatte…
In Anzug-Umfeld fand auch mein Vortrag bei den Rotariern statt, wo ich Kandidat für einen Preis für besondere Leistungen bin. Es lief ganz gut, aber herausfinden, ob es gereicht hat, werde ich wohl erst an meiner Lehrabschlussfeier am 26. Juni.
Letzte Woche hatte ich die schriftliche Berufsmatura in Mathe, Physik und Deutsch. Es ist nicht wirklich toll gelaufen, aber mein Trost ist, dass es allen anderen auch so ging.
Nächste Woche ist mündliche BM und zwischendurch noch mit den anderen WM-Kandidaten Termin im Bundeshaus. Erst gibt es eine Führung, zum anschliessenden Apero kommt eventuell noch Doris Leuthard vorbei – wenn die Bundesratsitzung nicht zu lange dauert. Sie ist ja „eine alte Bekannte“ vom Tag der Berufsbildung, wo sie Marco und mir zur WM-Qualifikation gratulierte.
Der Besuch des Bundeshauses gehört zum Pflichtprogramm der Berufs-WM-Kandidaten. Ueli Müller, Generalsekretär von SwissSkills, die Prüfungsexperten, uns 37 Teilnehmer und unsere persönlichen Gäste. Mich begleiteten neben meiner Mutter und meiner Schwester noch der Gemeindepräsident von Reichenbach, Gottfried Bühler. Nach der besagten Führung durften wir die laufende Nationalratsdebatte verfolgen. Monsieur Couchepin referierte über das Gesundheitssystem. Auf der Besuchertribüne muss man sich so leise wie möglich verhalten. Das gelang uns sehr gut – im Gegensatz zu den Parlamentariern. Dort unten war ein stetiges Kommen und Gehen und ein ziemlicher Lärm – im Klassenzimmer gäb das Ärger…
Anschliessend gab’s im extra vor dem Bundeshaus aufgebauten Festzelt ein sehr feines Apero und noch ein wenig Show: Die Forstwarte, die zwar nicht an „unsere WM“ mitgehen, sondern ihre eigene veranstalten, zeigten ihre Fähigkeiten. Im Mittelpunkt dabei die Kettensägen, mit denen Holz zerlegt wurde und an denen die Ketten ausgetauscht wurden. Kein Wunder, fand das VOR dem Bundeshaus statt und nicht DRINNEN. Die Sicherheitskontrolleure hätten keine Freude gehabt.
Übrigens: Frau Leuthard war leider verhindert. Sie war an dem Tag damit beschäftigt, etwas einzuweihen. Wir hatten auch so unseren Spass.
Einige Bilder findet ihr im Beitrag von SwissSkills.
Teamweekend in Morges
Und dass wir vor lauter Stress nicht alles vergessen, dafür sorgen die diversen Atem- und Konzentrationsübungen, die wir beim 3. und letzten Teamwochenende in Morges wieder über uns ergehen lassen durften. Bin dann gespannt, ob sie in Kanada wirklich funktionieren.
Der angenehmere Teil des Wochenendes war das gemeinsame Kochen. Angeleitet von den Schweizermeister/innen als Koch/Köchin, Konditor/in, Servicefachfrau/mann und Florist/in, sorgten wir in vier Teams für Risotto mit Schweineschnitzel und Rüebli, ein sehr feines Dessert, hübsche Deko und einen reibungslosen Service. Ich war natürlich im Kochteam – ich komme aus einer Gastronomenfamilie und koche gerne, wenn auch nicht unbedingt gut.
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Infos und Tagesrangierungen dazu folgen, falls sie publiziert werden, leider erst später.
Im Gegensatz zu anderen Berufen arbeiten unsere Mechatronikerjungs in einer optimal klimatisierten Halle.
Div. andere Berufe arbeiten in grossen, von der Sonne grosszügig beheizten, Festzelten. Jedoch die ganze Organisation und Information ist sehr professionell aufgebaut.
Stefan Schmid
Es tut eigentlich gar nicht weh, wenn man die Übung nur zwei, drei Mal durchzieht. Aber ich wollte es natürlich wieder wissen und lief gut und gerne zehn Mal drüber – da gab’s dann schon leichte Blasen. Da half dann nur, auf dem Heimweg die Auto-Klimaanlage voll aufzudrehen und die Füsse so fest wie möglich zu kühlen… Aber einen Tag später waren die Schmerzen schon wieder so gut wie weg.
Nachhaltiger als der Schmerz ist der Schmutz: bis unsere Füsse nicht mehr schwarz sind, sind wir wohl schon wieder aus Kanada zurück.
Ob sie kommt oder nicht – der Bundeshaus-Event ist zumindest der erste Anlass, unsere neuen Anzüge zu ersten Mal auszuführen. Am Wochenende habe ich Krawattenknüppel geübt – mit gestauchtem Daumen (wahrscheinlich auch ohne) gar nicht so einfach. Aber jetzt habe ich den doppelten schon ziemlich im Griff, auf jeden Fall besser als Marco… =)
Endspurt: in zwei Wochen sind unsere Werkzeuge bereits im Bauch eines Schiffes nach Calgary unterwegs. Und nach den Erfahrungen beim letzten öffentlichen Vorbereitungstest im Berner Westside haben wir eingesehen, dass wir noch einmal eins draufsetzen müssen: Am Nachmittag ist immer die Luft draussen, obwohl noch volle Konzentration gefordert ist. So arbeiten wir uns neuerdings immer durch mehrere Stationen pro Tag und haben uns jetzt auch mal wieder Aufgaben durch den amtierenden Weltmeister Adrian Trachsel schreiben lassen. So werden wir richtig gefordert.
Mittlerweile steht auch meine persönliche Entourage für Calgary: es wird ein richtiger Familienausflug, einfach ohne mich: Meine Eltern schliessen das Hotel und reisen samt meiner Schwester mit – aber ich werde sie wohl kaum sehen, denn wir WM-Teilnehmer werden streng von der Aussenwelt abgeschirmt. Trotzdem ist es schön, dass unter den erwarteten 250‘000 Zuschauern auch ein paar bekannte Gesichter sein werden.
Zur Abwechslung bin ich mal wieder in meinem Lehrbetrieb (ja, sie kennen mich dort noch). Ich sorge dafür, dass ein allfälliger Brand im Winter dem Bahnhof Frutigen nicht zum Verhängnis wird.
Nächsten Samstag ist es wieder soweit: ein weiterer öffentlicher Vorbereitungstest wird zeigen, ob wir seit dem letzten im März Fortschritte gemacht haben. Diesmal im Coop Interlaken-Ost, also fast bei mir vor der Haustür. Ich hoffe, das hilft mir und Marco, besser abzuschneiden als beim letzten Mal. Bis Calgary sind nur noch 4 Monate!
Wer am Samstag Zeit und Lust hat: kommt vorbei! Details hier.
Am Wochenende war ein weiteres Teamweekend der Berufs-WM-Teilnehmer/innen der Schweiz, diesmal in Tenero im Tessin. Wir haben selten so gelacht: unser Seminarleiter war mehr ein Alleinunterhalter als ein Moderator. Super! Am Ende des Wochenendes hatte ich ganz neue Seiten von mir kennengelernt.
Testlauf Nr. 2 ist vorbei, wir sind zufrieden. Am Morgen lief’s richtig gut, am Nachmittag hatten wir dann allerdings wieder ziemlich zu beissen. Aber insgesamt sind wir nach dem 2. Vorbereitungstest für die WM, der vergangenen Samstag in Interlaken stattfand, zuversichtlicher als auch schon.
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Das klingt dramatischer, als es ist: Da ich so viel fehle, hat man mir netterweise ein Spezialprojekt übertragen. Ich entwickle eine spezielle Weichenheizung, die in Frutigen dafür sorgen soll, dass der Lösch- und Rettungszug auch bei Minustemperaturen jederzeit ausfahren kann. Sie soll günstiger und weniger komplex sein als eine Weichenheizung von der Stange. Derzeit gibt’s da nur eine Handstellweiche, d.h. jemand muss sie von Hand bedienen.
Seit fast 2 Jahren mache ich jetzt bei der BLS meine Vertiefungsbildung mit Schwerpunkt Sicherungsanlagen. Dort lerne ich alles rund um Weichen, Signale und Barrieren.
Die Grundlagen dafür holte ich mir im Spiezer Junior Business Team. Dort absolvieren die technischen login-Lernenden ihre Basisausbildung. Zugleich lernten wir schon, möglichst produktiv zu arbeiten, denn wir bearbeiteten wie in einem kleinen Unternehmen echte Aufträge von anderen Firmen. So wie jetzt, wo ich keinen „Edelschrott“ produziere, sondern eben eine Weichenheizung, die ab nächstem Winter in Frutigen für noch mehr Sicherheit sorgen wird.
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Highlights des Ganzen waren zwei „Mutproben“: mit nackten Füssen in Glasscherben springen und mit der nackten Hand ein Stück Holz durchschlagen. Beides Dinge, die jetzt nicht zuoberst auf meiner Liste „Unbedingt ausprobieren“ gestanden hätten. Aber ich schaffte es dann doch mit heiler Haut rauszukommen. Das Geheimnis besteht nämlich darin, sich einfach zu sagen, dass man es schafft, und dann geht es! Manchmal besser als man denkt: Der Kandidat vor mir bekam seine Holzplatte nicht kaputt und da wurde ich ziemlich nervös, ob ichs schaffen würde. Mit dem Resultat, dass ich so fest draufschlug, dass ich mir die Hand beinahe auf der Tischplatte zertrümmerte. Man kann also auch zu fest zuschlagen…
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Unerwartete (finanzielle) Hilfe gibt es von Seiten der Rotarier: ich bin für einen Preis für besondere Leistungen vorgeschlagen worden und darf nun vor dem Rotary Club Interlaken einen Vortrag halten. Wenn ich Glück habe, gibt’s am Ende einen kleinen finanziellen Zustupf an Werkzeuge und andere Ausrüstung für die WM. Drückt mir die Daumen!
Im zweiten Teil machten wir einen sogenannten Hirndominanztest: durch ein Analyseverfahren fanden wir heraus, ob wir eher rot (emotional), blau (berechnend), gelb (abenteuerlustig/kreativ) oder grün (konservativ) sind. Marco ist ein „Blauer“ und der Seminarleiter bestätigte, dass er als Automatiker und auch der Informatiker neben ihm typische Berufe für dieses Psychosegment hätten. Dann kamen die „Roten“ dran – laut Seminarleiter typischerweise Kosmetiker und Coiffeure. Dumm nur, dass ich und andere Techniker „Rote“ waren. So schnell ist ein Psychomodell widerlegt!
Umso mehr, als wir dann erklärt bekamen, was passiert, wenn die unterschiedlichen Typen aufeinanderstossen: Eigentlich kommen alle miteinander klar – nur nicht die Roten und die Blauen. Da sind Marco und ich das beste Gegenbeispiel: wir ticken total anders, aber wir sind ein super Team, weil wir uns gut ergänzen.
Insgesamt war es ein toller Anlass und wir hatten wirklich viel Spass. Weitere Bilder gibt es hier.
Jedenfalls bin ich etwas enttäuscht vom Ergebnis der Aushebung: Das Militär ist leider nicht auf meine Wünsche eingegangen.
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Drückt mir die Daumen: Morgen rücke ich nach Sumiswald ein zur Aushebung. Wenn das hier gerade eine gute Fee liest, ich hätte die folgenden drei Wünsche:
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Jetzt ist sie plötzlich da: nach fast vier Jahren Lehre stelle ich mich rund um Ostern meiner praktischen Lehrabschlussprüfung, genannt IPA. IPA steht für Individuelle Produktivarbeit. Marco und ich haben uns ein eigenes Projekt organisiert, das uns der WM wieder ein Stückchen näher bringen soll.
- RS im Frühjahr 2010 und nicht schon im kommenden Herbst – nach der WM hätte ich nämlich gerne Ferien
- Einsatz bei den Grenadieren, statt wie alle Automatiker als Gerätemech oder Flugzeugsoldat. Denn dort erhält man den lieben langen Tag kaputte Apparate. Die schaut man sich an und stellt fest, dass sie tatsächlich kaputt sind. Und dann schickt man sie an den Hersteller zur Reparatur. Da doch lieber sportliche Höchstleistungen im Gebirge erbringen.
- Einsatz in Thun wäre natürlich auch KLASSE
Ich werde selbstverständlich berichten.
Es gab zwar ein Formular, wo man seine bevorzugte Funktion eintragen konnte. Ich habe in allen drei Feldern je einen Grenadier-Job aufgeführt. Was den Mann in Uniform nicht davon abgehalten hat, mich als Gerätemech einzuteilen. „Passt Ihnen das?“, fragte er noch. „Nicht so wirklich“ entgegnete ich. – „Wieso?“ – „Ich habe ja eingetragen, dass ich lieber Grenadier machen würde.“ – „Ja, aber sehen sie, wir brauchen gelernte Fachleute wie Sie, es hat zu wenig Gerätemechs.“ Damit war die Diskussion beendet.
Nun, dann werde ich mich ab Frühjahr 2010 in Thun um kaputte Funkgeräte kümmern. Wenigstens Thun, da bin ich schnell zu Hause – aber es hätte mich bei dem Job auch nicht gestört, wenn ich noch einen anderen Teil der Schweiz hätte kennenlernen können. Dann wärs vielleicht doch noch spannend geworden.
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In 28 Stunden Prüfungszeit dürfen wir das in vier Jahren erworbene Wissen unter Beweis stellen. Dank Initiative von meinem Lehrer Peter Weibel und Unterstützung unseres Sponsors Festo bauen wir eine Anlage wie an der WM:
Aus einem Schaltschema, einer Software, jeder Menge Kabel, Sensoren und mechanischer Bauteile entsteht am Ende eine Maschine, die Zylinder nach Gewicht sortieren kann. Eine Produktionsanlage in klein also, denn das ist es, woran Automatiker im „wirklichen Leben“ oft arbeiten.
Arbeitsteilung
Marco und ich haben unsere Aufgaben sauber geteilt: Marco macht die Software, ich bohre und fräse die mechanischen Bauteile, dann schrauben wir alles zusammen und stellen die Dokumentation fertig. Wie bei allen Prüfungen ist die Vorbereitung entscheidend. Aber im Gegensatz zur schriftlichen Prüfung nicht nur im Kopf, sondern auch ganz praktisch: Bei einer IPA sind auch dafür zuständig, dass wir alle Bauteile vorrätig haben. Sonst verstreichen kostbare Stunden oder Tage während der Prüfung durch Last-Minute-Beschaffungs-Aktionen. Ich hoffe, unser Einkaufszettel war vollständig und ich kann hier bald von einer gelungenen IPA berichten.
Mein Name ist Markus Trachsel. Ich lebe in einem kleinen Dorf namens Reichenbach, welches mit dem Auto in etwa 10min von Spiez her erreicht werden kann. Zusammen mit meiner Schwester wohne ich bei meinen Eltern, die ein Hotel führen.
Zurzeit mache ich bei login eine Lehre als Automatiker und werde sie voraussichtlich im Sommer abschliessen. In meiner Freizeit spiele ich Fussball. Wenn es Schnee hat, bin ich fast jede freie Minute irgendwo auf einer Skipiste anzutreffen.
Klingt alles nicht wirklich interessant, doch letzten September ist etwas passiert, was nicht jeder erleben darf…
Trainieren macht Spass. Man tüftelt so in einer Werkstatt vor sich hin, teilt sich die Zeit selbst ein und ist die Ruhe selbst. Wettkämpfe dagegen sehen anders aus: Umzingelt von Zuschauern und Juroren sind wir unter Zeitdruck in einem Höllenlärm zugange. Damit wir für die WM gut vorbereitet sind, veranstaltet Swissmem deshalb Vorbereitungstests in Einkaufzentren – zur Stosszeit am Samstag.
Was für eine Woche: Marco und ich trainierten wie die Verrückten in seiner Berufsschule in Uster. Zwischendurch wurde es schon mal weit nach Mitternacht. Wir bauten, verdrahteten und programmierten, bis uns die Köpfe rauchten. Die WM liegt nämlich dieses Jahr zwei Monate früher als normal, und so drängen uns die Experten und Lehrer auf eine intensive Vorbereitung.
Wohl weil wir derzeit zu wenig zum Durchatmen kommen, trafen wir uns in Spiez zum Atemtraining: Dort fand das erste von drei Teamwochenenden statt, an denen die WM-Kandidat/innen aller Berufe mit den Experten und Betreuer/innen zusammenkommen. Neben Anti-Stress-Übungen durch Atemtraining gabs jede Menge Informationen. Wer hätte gedacht, dass eine WM mit so viel Organisationsaufwand verbunden ist...
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Auf dem Bild seht ihr mich auf einem Podest. Es ist nicht nur irgendein Podest, es wurde an der Schweizer Berufsmeisterschaft 08 verwendet. Und wie ihr seht, stehe ich zu oberst, was bedeutet, dass ich zurzeit den Titel „Schweizermeister Automatiker“ trage.
Aus diesem Grund darf ich mit meinem Teampartner Marco Erni von den Verkehrsbetrieben Zürich die Schweiz an den Berufsweltmeisterschaften in Calgary vertreten, welche im nächsten September stattfinden. Bis es soweit ist, dass ich das Flugzeug betrete, werde ich viele interessante und lehrreiche Dinge sehen, treffen oder entdecken. Daran will ich euch teil haben lassen, indem ich von Zeit zu Zeit mal etwas von mir schreibe. Schaut regelmässig vorbei oder abonniert euch gleich meinen Blog!
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Gut nur, dass meine Kollegen an meinem Lehrplatz bei der BLS sehr grosszügig sind und mich für die Vorbereitung der WM weitgehend freigestellt haben. Es reicht ja, dass ich nebenher noch die Berufsmatur mache, was zwei Tage Schule pro Woche bedeutet.
Doch jetzt ist erst mal fertig: Nächste Woche bin ich auf Abschlussfahrt mit meiner Berufsschulklasse in BARCELONA!!!
Von irgendwo von meinem Weg in den sonnigen Süden schicke ich Euch aber noch den Bericht vom ersten Vorbereitungstest in Zürich. Versprochen. Hasta la vista, baby!
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Highlight des Ganzen war es, die Nominierten aus den anderen Berufen kennenzulernen. Alles mischte sich bunt durcheinander, man traf sich am Mittagstisch und im Ausgang mit Schweissern, Köchinnen, Serviceangestellten und knapp vierzig Anderen. Schon nach diesem ersten Zusammentreffen fühlen wir uns als rechtes Team. Eigentlich erstaunlich nach drei Tagen.
Dressed for Success
Ausserdem gabs eine Modenschau – wir bekamen Arbeitskleider und wurden vermessen für einen schwarzen Massanzug, der an den offiziellen Terminen zum Einsatz kommt – Empfang im Bundeshaus, Eröffnungsfeier, Schlusszeremonie. Funktioniert bestimmt auch noch als Hochzeitsoutfit.
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Erster Schauplatz war das Glattzentrum in Zürich. Direkt vor der Migros wurden wir am Morgen mit einer echten Aufgabe von der WM 2005 begrüsst. Um es kurz zu machen: wir kamen ganz schön ins Schleudern. Die Aufgabe war hammerschwer, und einen Meter vor dir stehen Herr und Frau Schweizer und kommentieren, was du da tust. Im Gegensatz zu den Konstrukteuren und Elektronikern, die alleine antreten, sind Marco und ich ja ein Team und müssen uns verständigen können: Ohropax ist keine Option. Habe versucht, den Geräuschpegel auszublenden, aber das fällt schwer, wenn eine Mutti ihrem Fünfjährigen gerade komplett falsch erklärt, was wir da machen. Ein paar Bilder gibt’s hier.
Vorbereitung der anderen Art
Ende vom Lied war, dass wir nicht in der vorgegebenen Zeit fertig wurden, zumal auch noch ein paar Komponenten, die wir verbauen sollten, fehlerhaft waren.
Diese Erfahrung war ein gutes Training zur rechten Zeit. Wäre die WM nur noch einen Monat entfernt, würde ich jetzt sicher in Panik geraten, aber so haben wir eine gute Lektion bekommen, wie mit so einer Situation umgehen: nicht aus der Ruhe bringen lassen, versuchen, auch nach einer gescheiterten Aufgabe die anderen Aufgaben zu lösen. Und: wenn alles nichts hilft, wenigstens fünf Minuten vor Schluss aufräumen, damit das angerichtete Chaos nicht gleich so ins Auge fällt.
Weiterhin optimistisch sein
Schliesslich sagte uns ein anwesender Prüfungsexperte, dass selbst er bei der Programmierungsaufgabe nicht auf Anhieb gewusst hätte, wie er das Ganze angegangen wäre. Das macht doch wieder Mut. Genauso wird uns helfen, dass die Swissmem-Kandidaten alle einen Sportpsychologen zur Seite gestellt bekommen.
Gute Aussichten also. Aber erstmal geniesse ich noch Barcelona – und werde natürlich berichten.
Toblerone als Risikofaktor
Ansonsten: Infos, Infos, Infos. Wie funktioniert die Verschiffung der schweren Werkzeuge, was erwartet uns in Canada, wer ist alles an der Finanzierung beteiligt (danke Swiss Skills Supporter Club) – eine Riesensache. Unser grösstes Problem ist derzeit, dass die als Giveaway geplante Toblerone eventuell beim Zoll hängen bleiben könnte, weil es unmöglich ist, alle Inhaltsstoffe zu deklarieren.
Doch auch fachlich bleiben die Herausforderungen nicht aus. Bleibt dran – nächste Woche berichte ich von unserem ersten öffentlichen Vorbereitungstest.













































































































