Die grosse weite Welt im Internet
In einer dreiteiligen Spezialreihe behandeln wir in der loginfo das Thema Internet. Neben den loginfo-Beiträgen findet ihr auf dieser Seite hilfreiche Tipps und weitere Informationen zum jeweiligen Thema.
Teil 3: Cyber Mobbing
Im dritten Teil der Spezialreihe „Die grosse weite Welt im Internet“ erfahrt ihr mehr über das Thema Cyber Mobbing.
Was ist Cyber Mobbing und wo tritt es auf?
Mit Mobbing meint man ein gezieltes, psychisches aber auch physisches „fertig machen“ einer Person. Dies geschieht meist über einen längeren Zeitraum, beispielsweise durch absichtliches schikanieren oder quälen, blossstellen oder verletzende verbale Äusserungen. Mobbing tritt längst nicht mehr nur an Schulen auf, wie es meist angenommen wird. Genauso kann Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Freizeit (zum Beispiel in einem Verein) auftreten.
Cyber Mobbing ist grundsätzlich das gleiche wie Mobbing, es geschieht aber im virtuellen Raum „Internet“ oder durch elektronische Kommunikationsmittel wie Handy, E-Mail, Instant Messenger usw. Durch die neuen Medien haben Mobber/innen leichtes Spiel: mit sozialen Netzwerken und Videoportalen können die Opfer auch im privaten Umfeld, ausserhalb von Schule oder Beruf, gemobbt werden.
Warum wird gemobbt?
Die Täter/innen (auch Bully genannt) hinter den Mobbing-Attacken handeln oft unüberlegt und sind sich den gravierenden Konsequenzen nicht bewusst. Cyber Mobbing (oder auch Mobbing im Allgemeinen) kann verschiedene Gründe haben:
- Für die Täter/innen können Mobbing-Attacken ein Mittel sein, um „Dampf abzulassen“ bzw. aufgestaute Aggressionen loszuwerden.
- Mobbing kann aber auch eine gezielte Absicht haben, wenn es zum Beispiel als Machtdemonstration eingesetzt wird, oder um besonders „cool“ vor anderen zu wirken. Auch können Nationalität, Hautfarbe, Religion usw. wie auch Neid (beispielsweise gute Leistungen in der Schule) eine Angriffsfläche für Mobber/innen darstellen.
- Die Täter/innen haben meist auch Angst, selber zum Mobbingopfer zu werden. Um Stärke zu demonstrieren, suchen sie vermehrt „schwächere, einfachere“ Opfer aus, die sie schikanieren können.
Die Mobbing-Täter/innen sind meist nie alleine. Oft schliessen sich ihnen Mitläufer/innen an, um selber nicht vom Täter bzw. von der Täterin schikaniert zu werden.
In welchen Formen kann Cyber Mobbing auftreten?
Die häufigste Form von Cyber Mobbing sind Beschimpfungen und Beleidigungen, welche gezielt das Opfer erniedrigen. Dazu gehören auch das Verbreiten von Gerüchten oder Lügen sowie das unerlaubte veröffentlichen von Bilder bzw. Videos oder auch Droh-SMS bzw. -Anrufe.
Im Internet verbreiten sich Inhalte wie Bilder oder Videos sehr schnell. Auch lange nach der Veröffentlichung solcher Inhalte können diese plötzlich wieder auftauchen – für das Opfer ist dies demütigend. Hinzu kommt, dass eine Kontrolle der Verbreitung schwierig bis unmöglich ist: Wir wissen nicht, wer sich alles die Bilder und Videos anschaut oder Inhalte mitliest.
Was kann ich dagegen tun?
Allem voran: Sei kein/e Täter/in oder Mitläufer/in! Denn früher oder später fliegen Bullys (Mobber/innen) auf und müssen sich für ihr Verhalten verantworten. Wie du in der loginfo gelesen hast, können sich Opfer an die kantonale Opferhilfestelle werden oder eine anonyme Beratung beim Jugendtelefon (147) erhalten. Es kann auch eine Anzeige bei der Polizei in Erwägung gezogen werden.
Cyber Mobbing kommt nicht von selbst – meist sind die Betroffenen bereits Opfer von Mobbing-Attacken im realen Leben, abseits vom Internet. Um den Betroffenen möglichst von Cyber Mobbing zu wahren, müssen die Probleme ausserhalb des Internets geklärt werden.
- Reagiere und sage deinem Gegenüber von Anfang an klar und deutlich, dass du solches Verhalten (Mobbing) nicht tolerierst. Akzeptiere keine Anfangsstadien von Mobbing.
- Nimm die ersten Anzeichen von Mobbing erst und sprich mit deinen Freund/innen über das Problem. Tretet als Gruppe auf, denn in den meisten Fällen können deine Freund/innen dir eine Hilfe sein, wenn du Mobbing-Attacken erlebst.
- Rede mit deinen Eltern, mit deiner Klassenlehrperson oder auch mit deinem/er Arbeitgeber/in. Ein klärendes Gespräch zwischen Opfer und Mobber/in kann helfen. Ziehe dich nicht zurück und verdränge keine Mobbing-Attacken – teile deine Probleme jemandem mit.
Hast du ein Profil auf Facebook? Wissenswertes im Umgang Facebook – Mobbing findest du auf der rechten Spalte.